Full text : Condillac, Etienne Bonnot: Versuch über den Ursprung der menschlichen Erkenntnis

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man  die  verschiedenen  Theile  desselben,  in  ihrem
ganzen  Detail  gefaßt  hat?  Jch  antworte:  das
geht  nur  bey  Materien  an,  die  uns  sehr  geläufig
sind,  oder  die  uns  doch  geläufig  zu  werden  gestimmt =
  sind,  und  zwar  durch  ihre  Beziehung  auf
Gegenstände,  die  wir  näher  kennen.  Nur  in  diesem =
  einzigen  Fall  kann  das  Phänomen,  welches
ich  im  Sinn  habe,  bemerkt  werden.  Jn  einem
jeden  andern  Fall  stottert  man  entweder;  weil  da
die  Jdeen  nur  sehr  schwach  verknüpft  sind,  und  weil
sie  sich  eben  deswegen  nur  langsam  aufwecken;
oder  man  schwazt  auch  unzusammenhangend,  welches =
  ein  Effekt  der  Unwissenheit  ist.
S.  72.  Wenn  man  sich,  durch  Ausübung  der
vorhergehenden  oder  andrer  Operationen,  bestimmte
Ideen  gebildet  hat,  und  wenn  man  die  Beziehungen ¬
  derselben  kennt:  so  ist  das  Bewußtseyn
davon  diejenige  Operation,  die  man  das  Begreifen ¬
  nennt.  Folglich  ist,  zum  glücklichen  Begreifen, ¬
  das  eine  wesentliche  Bedingung,  daß  man
sich  allemal  die  Dinge  unter  denen  Ideen  vorstellt,
die  ihnen  eigenthümlich  zukommen.
§.  73.  Diese  Analysen  helfen  uns  zu  einer  bestimmtern =
  Jdee  vom  Verstand,  als  man  sich  gemeiniglich =
  davon  zu  machen  pflegt.  Man  sieht  ihn  für
ein  von  unsern  Kenntnissen  verschiedenes  Vermögen, =
  und  für  den  Ort  an,  wo  sie  sich  alle  vereinigen. =
  „Jch  glaube  hingegen,  daß  man,  wenn  man
deutlich  von  der  Sache  reden  will,  sagen  müsse,
der  Verstand  sey  weiter  nichts,  als  die  Versammlung ¬
  oder  die  Kombination  der  Seelenoperationen;
            
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