Volltext : Condillac, Etienne Bonnot: Versuch über den Ursprung der menschlichen Erkenntnis

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lichen  Erfolg  anwendbar  ist,  ist  dieses,  daß  wir
in  alle  unsre  Meditationen  Klarheit,  Bestimmtheit =
  und  Ordnung  bringen.  Klarheit;  denn  je
klärer  die  Zeichen  sind,  desto  mehr  sind  wir  uns
der  Jdeen,  die  sie  bezeichnen,  bewußt,  und  desto
weniger  können  sie  uns  folglich  entwischen.  Bestimmtheit; =
  damit  sich  die  weniger  getheilte  Aufmerksamkeit =
  mit  geringerer  Anstrengung  anheften
möge.  Endlich  Ordnung;  damit  eine  erste,  bekanntere, ¬
  geläufigere  Idee  unsre  Aufmerksamkeit
auf  die  folgende  Jdee  vorbereiten  möge.
§.  53.  Der  Fall  ereignet  sich  nie,  daß  ein
Mensch  bey  allen  Materien  sein  Gedächtniß,  seine
Einbildungskraft  und  seine  Reflexion  auf  eine  gleiche =
  Art  üben  sollte.  Der  Grund  liegt  darinnen,
daß  diese  Operationen  von  der  Aufmerksamkeit,  als
von  ihrer  Ursache  abhangen,  und  daß  die  Aufmerksamkeit =
  sich  mit  einem  Gegenstand  nur  im  Verhältniß
seiner  Beziehung  auf  unser  Temperament  und  auf
dasjenige,  was  uns  nahe  angeht,  beschäftigen
kann.  Man  sieht  hieraus  ein,  warum  diejenigen,
die  allgemeine  Gelehrte  seyn  wollen,  Gefahr  laufen, ¬
  in  vielen  Fällen  nicht  gut  fortzukommen.  Es
giebt  zwo  Gattungen  von  Talenten.  Die  eine
Art  erlangt  man  nur  durch  eine  gewaltsame  Anstrengung ¬
  der  Organen:  die  zwote  ist  eine  Folge
einer  glücklichen  Disposition,  und  einer  großen
Leichtigkeit  zur  Entwickelung  derselben.
Diese
leztere  Gattung,  die  der  Natur  mehr  zugehört,  ist
lebhafter,  thätiger,  und  ihre  Wirkungen  sind  vorzüglicher. =
  Jene  hingegen  fühlt  die  Anstrengung
und  die  Arbeit,  und  sie  erhebt  sich  nie  über  das  Mittelmäßige. =

            
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