Volltext : Condillac, Etienne Bonnot: Versuch über den Ursprung der menschlichen Erkenntnis

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die  Operationen  der  Thierseelen  sind  auf  die  Perzeption, ¬
  das  Bewußtseyn,  die  Reminiscenz  und
auf  eine  gewisse  Imagination  eingeschränkt,  die
sich  nicht  nach  ihren  Befehlen  richtet;  die  menschliche ¬
  Seele  hat  hingegen  noch  andre  Operationen,
deren  Erzeugung  ich  nun  erklären  will.
§.  44.  Das,  was  ich  von  der  Jmagination  und
vom  Gedächtniß  gesagt  habe,  muß  man  auch  auf
das  Betrachten  anwenden,  nachdem  man  es  entweder =
  zu  jenem  oder  zu  diesem  rechnet.  Läßt  man
es  im  Behalten  der  Perzeptionen  bestehn:  so  hängt
die  Ausübung  desselben,  vor  dem  Gebrauch  der
Läßt
willkührlichen  Zeichen,  nicht  von  uns  ab.
man  es  hingegen  im  Erhalten  der  Zeichen  selbst
bestehn:  so  kann  es,  vor  ihrem  Gebrauch,  gar
nicht  geübt  werden.
§.  45.  Jn  so  fern  Einbildungskraft,  Betrachten =
  und  Gedächtniß  gar  nicht  geübt  werden;  oder
in  so  fern  die  beyden  erstern  nur  auf  eine  Art  geübt ¬
  werden,  worüber  man  aber  nicht  nach  seiner
Willkühr  gebieten  kann:  in  so  fern  kann  man  auch
selbst  über  seine  Aufmerksamkeit  nicht  herrschen.
Wie  sollte  man  auch  über  sie  herrschen  können,  da
die  Seele  noch  keine  Operation  in  ihrer  Gewalt
hat?  Die  Seele  geht  nicht  anders  von  einem  Gegenstand =
  zum  andern  über;  sie  werde  denn  durch
die  Kraft  des  Eindrucks,  den  die  Dinge  auf  sie
machen,  dazu  gezwungen.
§.  46.  Sobald  aber  ein  Mensch  anfängt,
Ideen  mit  den  Zeichen  zu  verbinden,  die  er  sich
selbst  ausgewählt  hat;  sobald  bildet  sich  das  Gedächtniß =
  in  ihm  aus.  Ist  einmal  das  Gedächt¬
            
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