Volltext : Condillac, Etienne Bonnot: Versuch über den Ursprung der menschlichen Erkenntnis

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in  ihrem  Gehirn  verknüpft  sind,  von  selbst  und
nach  ihrem  eignen  Belieben  wieder  aufwecken  können, =
  dieser  Mangel  durch  die  Imagination  vollkommen =
  ersezt  wird.  Denn,  indem  die  Einbildungskraft =
  ihnen  die  Perzeptionen,  selbst  der
abwesenden  Gegenstände,  von  neuem  rege  macht:
so  kommen  die  Thiere  gerade  in  den  Fall,  daß  sie
sich  so  betragen,  als  wenn  sie  diese  Gegenstände
vor  Augen  hätten,  und  daß  sie  weit  schleuniger
und  sicherer  für  ihre  Erhaltung  sorgen,  und  sich
vorsehn,  als  wir  bisweilen  selbst,  mit  Hülfe  der
Vernunft,  zu  thun  im  Stande  sind.  Wir  können =
  etwas  Aehnliches  bey  uns,  bey  solchen  Gelegenheiten =
  bemerken,  wo  die  Reflexion  zu  spät
seyn  würde,  um  uns  einer  Gefahr  zu  entreißen.
So  erweckt  die  Jmagination,  z.  B.  beym  Anblick
eines  fallenden  Körpers,  der  uns  zerschmettern
will,  plözlich  die  Idee  vom  Tod,  oder  von  etwas,
was  sich  dem  Tod  nähert;  und  diese  Jdee  bewegt
uns  sogleich,  daß  wir  dem  Unglück  entfliehen,
welches  uns  drohet.  Wir  würden  zuverläßig  umkommen, =
  wenn  wir  in  solchen  Augenblicken  nur
die  Hülfe  des  Gedächtnisses  und  der  Reflexion  gebrauchen =
  könnten.
§.  42.  Oft  erzeugt  die  Einbildungskraft  auch
solche  Wirkungen  in  uns,  von  denen  man  glauben
sollte,  daß  sie  der  allergegenwärtigsten  Reflexion
zugehören.  Wenn  uns  eine  Jdee  gleich  sehr  beschäftiget: =
  so  wirken  die  uns  umgebenden  Gegenstände =
  doch  immerfort  auf  unsre  Sinne.  Die
Perzeptionen,  die  sie  verursachen,  wecken  andre
Perzeptionen  auf,  mit  denen  sie  verbunden  sind,
            
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