Volltext : Condillac, Etienne Bonnot: Versuch über den Ursprung der menschlichen Erkenntnis

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liche  Zeichen  hat,  hat  gar  nichts,  worüber  er  gebieten =
  könnte.  Folglich  können  seine  Bedürfnisse
nur  die  Uebung  seiner  Einbildungskraft  veranlassen; ¬
  und  er  wird  Gedächtnißlos  seyn.
§.  40.  Hieraus  folgt:  die  Thiere  haben  kein
Gedächtniß,  und  sie  haben  nur  eine  Einbildungskraft, =
  worüber  sie  nicht  Herren  sind,  Sie  stellen
sich  keinen  abwesenden  Gegenstand  vor,  das  Bild
desselben  möchte  denn  ganz  innigst  mit  einem  gegenwärtigen ¬
  Objekt,  in  ihrem  Gehirn,  verknüpft
seyn.  Nicht  das  Gedächtniß  bringt  sie  an  den
Ort  wieder  hin,  wo  sie  gestern  ihre  Speise  fanden;
sondern  sie  kommen  an  diesen  Ort  wieder,  weil
die  Empfindung  des  Hungers  so  genau  mit  den
Jdeen  dieses  Orts,  und  mit  dem  Weg,  der  an
diesen  Ort  hinführt,  verküttet  ist,  daß  diese  Idee
alsobald  wieder  aufgeweckt  wird,  sobald  sie  jene
Empfindung  wieder  haben.  Nicht  das  Gedächtniß =
    es,  welches  ihnen  die  Flucht  für  ihren  Raubthieren ¬
  anempfiehlt;  sondern,  da  einige  Thiere  ihrer =
  Art,  vor  ihren  Augen,  zerfleischt  wurden:  so
haben  die  Laute,  die  sie  bey  dergleichen  Vorfällen
vernahmen,  die  Empfindungen  des  Schmerzes  in
ihrer  Seele  wiederaufgeweckt,  von  denen  dergleichen =
  Laute  die  natürlichen  Zeichen  sind;  und  so
kömmt  es,  daß  die  Thiere  ihre  Feinde  fliehen.
Wenn  diese  sich  wieder  sehn  lassen;  so  machen  sie
selbst  dieselbige  Empfindung  wieder  rege;  denn,  da
diese  Empfindungen  zum  Erstenmal  bey  der  Gelegenheit, =
  da  diese  Raubthiere  zum  Vorschein  kamen, ¬
  in  ihnen  erzeugt  wurden:  so  ist  nun  die
            
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