Full text : Condillac, Etienne Bonnot: Versuch über den Ursprung der menschlichen Erkenntnis

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Benennungen  und  ihrer  Umstände  einzig  und  allein
von  der  Verknüpfung  herrührt,  die  die  Aufmerksamkeit ¬
  unter  diesen  Dingen  und  den  Bedürfnissen, ¬
  worauf  sie  einige  Beziehung  haben,  hervorgebracht ¬
  hat.  Man  hebe  diese  Verknüpfung  auf,
und  man  wird  zu  gleicher  Zeit  die  Einbildungskraft ¬
  und  das  Gedächtniß  vernichten.
§.  33.  Nicht  alle  Menschen  können  ihre  Jdeen
mit  gleicher  Kraft,  auch  nicht  in  gleicher  Anzahl,
mit  einander  verbinden.  Daher  kömmt  es,  daß
die  Jmagination  und  das  Gedächtniß  nicht  bey
allen  gleich  vortreflich  ist.  Dieses  Unvermögen
zur  Aneinanderkettung  der  Jbeen  rührt  vom  verschiedenen =
  Bau  der  Organen,  oder  auch  von  der
Natur  der  Seele  selbst  her.  Die  Ursachen  davon
sind  demnach  alle  physisch,  und  gehören  nicht  in
mein  Werk.  Ich  will  blos  anmerken,  daß  die
Organen  bisweilen  blos  deswegen  zur  Verbindung
der  Ideen  ungeschickt  sind,  weil  man  sie  nicht
hinlänglich  geübt  hat.
§.  34.  Das  Vermögen,  unsre  Jdeen  verknüpfen =
  zu  können,  hat  seine  Nachtheile,  aber  auch
seine  Vortheile.  Um  beyde  recht  fühlbar  zu  machen, =
  denke  man  sich  ein  Paar  Menschen;  einen,
bey  dem  sich  die  Jdeen  nie  haben  verknüpfen  können, =
  und  einen  zweyten,  der  sie  so  leicht  und  so
stark  mit  einander  hat  verbinden  können,  daß  er
nicht  mehr  im  Stand  ist,  sie  zu  trennen.
Jener
würde  kein  Gedächtniß  und  keine  Einbildungskraft
haben,  und  er  würde  folglich  zu  Vollbringung  aller ¬
  Operationen  unfähig  seyn,  die  aus  ihnen  fliessen. =
  Reflektiren  würde  er  eben  so  wenig  können;
            
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