Volltext : Condillac, Etienne Bonnot: Versuch über den Ursprung der menschlichen Erkenntnis

Der  zweite  Theil  des  Werks  über  die  Sprache ¬
  enthält  gleichfalls  so  viel  eigenthümliches  und
lehrreiches,  als  man  in  keinem  ältern  und  in
wenigen  jüngern  philosophischen  Schriften  beisammen ¬
  findet.  Die  Erklärung  des  Ursprunzs
der  Sprache  aus  den  unwillkührlichen  unartikulirten ¬
  Naturlauten  der  angenehmen  und  unangenehmen ¬
  Empfindungen  reicht  freilich  nicht  zu;
weil  diese  Laute  zum  Theil  in  allen  ausgebildeten
Sprachen  noch  jezt  vorhanden  sind,  ohne  daß  sie
zur  Klasse  der  Wurzelwörter  gerechnet  werden
können.  Allein  das  ist  auch  der  einzige  noch
immer  leicht  zu  verbessernde  Fehler  des  Buchs,
der  bey  den  übrigen  feinen  Bemerkungen  des
Verfassers  kaum  auffällt.
Diese  Gründe  waren  es,  die  den  Herausgeber ¬
  zur  Uebersezung  dieses  Werks  bestimmten.
Er  glaubte,  daß  er  seine  Nebenstunden,  durch
Verbreitung  und  Bekanntmachung  desselben,
auf  eine  gemeinnüzige  Weise  anwenden  dürfte;
und  er  ist  entschlossen,  auch  den  Condillacschen
Traité  des  Sensations,  in  welchem  viele
Keime  von  der  Bonnetschen  Analyse  der  Seele
liegen,  künftig  folgen  zu  lassen;  sobald  ihm  das
philosophische  Publikum  seinen  Wünsch  darüber
eröffnen  wird.  —  Am  20ten  Sept.  1780.
H.
            
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