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Mit Hülfe dieser ersten Jdeen können wir uns
die simpelsten Figuren, z. B. die Dreyecke, und
die Vierecke, bey der Abwesenheit der Gegenstände, =
genau vorstellen. Sobald die Anzahl der
Seiten sehr wächst, bemühen wir uns umsonst,
genaue Vorstellungen von dergleichen Figuren zu
haben. Wenn ich an eine hundertseitige, und
wiederum an eine neun und neunzigseitige Figur
denke: so unterscheide ich beide nicht durch die
Perzeptionen, sondern blos durch die Benennungen, =
die ich ihnen gegeben habe. So verhält es sich
auch mit allen komplexen Notionen. Es kann ein
jeder bemerken, daß er, wenn er sie gebrauchen
will, blos ihre Namen wiederaufweckt. Was die
in ihnen enthaltenen einfachen Ideen betrift: so
kann diese nur eine nach der andern wieder lebendig =
machen; und man muß dieses Lebendigmachen
einer von der Memorie verschiedenen Operation
zuschreiben.
§. 22. Die Einbildungskraft hilft sich natürlicher =
Weise mit allem, was ihr einige Hülfe leisten =
kann. Durch Vergleichung mit unsrer eignen
Gestalt stellen wir uns die Figur eines abwesenden
Freundes vor; und wir werden uns ihn groß oder
klein vorstellen, weil wir seine Tritte gewissermassen =
nach der Unsrigen messen werden. Ordnung
aber und Symmetrie sind die hauptsächlichsten
Hülfsmittel für die Imagination. Denn an diesen ¬
Verhältnissen findet sie verschiedene Punkte,
worauf sie sich heftet, und worauf sie das Ganze
bezieht. Wenn ich an ein hübsches Gesicht denke:
so werden sich die Angen und die übrigen Züge,