Full text : Condillac, Etienne Bonnot: Versuch über den Ursprung der menschlichen Erkenntnis

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die  wir  haben  können,  festsezen,  und  ich  will  eine
jede  nach  der  Reihe  untersuchen.
§.  21.  Die  Jdeen  von  der  Ausdehnung  lassen
sich  am  leichtesten  wieder  aufwecken;  und  das  deswegen, ¬
  weil  die  Sensationen,  wodurch  wir  sie
erhalten,  so  beschaffen  sind,  daß  wir  uns,  so
lang  wir  wachen,  unmöglich  von  ihnen  losreißen
können.  Der  Geschmack  und  der  Geruch  kann
zuweilen  auch  nicht  gerührt  werden;  wir  können
auch  Töne  nicht  hören,  und  auch  gar  keine  Farbe
sehen;  aber  die  Perzeptionen  des  Gefühls  kann
uns  nur  der  Schlaf  allein  rauben.  Unser  Leib
muß  nothwendig  auf  irgend  etwas  ruhn,  und  seine =
  Theile  müssen  einander  nothwendig  drücken.
Daraus  entsteht  eine  Perzeption,  die  uns  diese
Theile  als  von  einander  abliegend,  und  als  begränzt ¬
  vorstellt,  und  die  folglich  auch  die  Jdee
von  der  Ausdehnung  in  sich  schließt.
Nun  können  wir  diese  Idee  generalisiren,  indem ¬
  wir  sie  als  unbestimmt  betrachten;  wir  können =
  sie  hierauf  modifiziren,  und  z.  B.  die  Idee
von  einer  geraden  oder  krummen  Linie  aus  ihr  bilden. =
  Die  Perzeption  der  Größe  eines  Körpers
können  wir  hingegen  nicht  genau  aufwecken;  weil
wir  davon  keine  absolute  Idee  haben,  die  wir  als
ein  bestimmtes  Maas  gebrauchen  könnten.  Jn
solchen  Fällen  ruft  sich  die  Seele  nur  die  Namen
von  Fuß,  Ruthe,  u.  s.  w.  nebst  einer  Jdee  von  Größe
zurück,  die  um  so  viel  schwankender  ist,  je  beträchtlicher ¬
  die  Idee  der  Größe  ist,  die  sie  sich
vorstellen  will.
            
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