Volltext : Condillac, Etienne Bonnot: Versuch über den Ursprung der menschlichen Erkenntnis

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Zweytes  Kapitel.
Von  der  Imagination,  dem  Betrachten,  und
vom  Gedächtniß.
§.  17.  Die  Erfahrung  lehrt,  daß  folgendes
der  erste  Effekt  der  Aufmerksamkeit  ist:  Sie  erhält, ¬
  bey  der  Abwesenheit  der  Objekte,  die  Perzeptionen =
  in  der  Seele,  die  die  Gegenstände  in  ihr
erzeugt  haben.  Diese  Perzeptionen  bleiben  auch
gewöhnlich  in  der  Ordnung  in  der  Seele,  in  welcher =
  sie  sich  damals  befanden,  wie  die  Objekte  gegenwärtig =
  waren.  Dadurch  kommen  sie  untereinander =
  in  eine  gewisse  Verbindung,  woraus
mehrere  Operationen,  so  wie  auch  das  Erinnern,
entstehn.  Die  erste  davon  ist  die  Jmagination,
wenn  sich  eine  Perzeption,  durch  die  bloße  Kraft
der  durch  die  von  der  Aufmerksamkeit  unter  ihr,
und  einem  Gegenstand  hervorgebrachten  Verknüpfung, =
  beym  Anblick  dieses  Gegenstandes  wieder
erneuert.  So  ist  es,  z.  B.  bisweilen  genug,  daß
man  den  bloßen  Namen  eines  Dinges  hört,  um
es  sich  so  vorzustellen,  als  wenn  man  es  vor  Augen =
  hätte.
§.  18.  Es  hängt  indessen  nicht  von  uns  ab,
daß  wir  die  gehabten  Perzeptionen  beständig  aufwecken =
  können.  Es  giebt  Fälle,  in  welchen  sich
alle  unsre  Bemühungen  darauf  beschränken,  daß
wir  uns  den  Namen,  einige  gleichzeitige  Umstände,
und  eine  abstrakte  Jdee  der  Perzeption  zurückrufen
können;  eine  Idee,  die  wir  alle  Augenblicke  haben ¬
  können,  weil  wir  nie  denken,  ohne  uns  ir=
            
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