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keine Perzeptionen, von denen die Seele nichts
wissen sollte. Folglich ist auch Perzeption und
Bewußtseyn eine und eben dieselbige Operation,
unter zwey Namen. Jn so fern man diese Operation =
blos als Eindruck in der Seele betrachtet,
kann man den Namen Perzeption beybehalten;
den Namen Bewußtseyn hingegen kann man ihr
geben, in so fern sie die Seele von ihrer Gegenwart =
benachrichtiget. Jn dieser Bedeutung werd
ich künftig diese beyden Ausdrücke gebrauchen.
§. 14. Die Dinge ziehn unsre Aufmerksamkeit
von der Seite auf sich, von welcher sie die meiste
Aehnlichkeit mit unserm Temperament, unsern Leidenschaften =
und unserm Zustand haben. Diese Aehnlichkeit =
ist der Grund, daß sie uns stärker rühren, und
daß wir uns ihrer lebhafter bewußt sind. Davon
rührt es her, daß wie sich diese Beziehungen und
Aehnlichkeiten ändern, wir auchdie Gegenstände ganz
verschieden finden, und ganz verschiedene und entgegengesezte =
Urtheile über sie fällen. Man läßt sich gemeiniglich =
von dieser Art von Urtheilen so sehr hintergehn, =
daß derjenige, der zu einer Zeit auf eine
gewisse Weise, und zu einer andern Zeit, auf eine
andre Art sieht und urtheilt, allemal recht zu sehn
und richtig zu urtheilen glaubt. Ein Hang, der
uns so natürlich wird, daß, da er uns die Objekte
nicht anders, als nach ihren Beziehungen und
Aehnlichkeiten, die sie mit uns haben, beurtheilen ¬
läßt, wir auch das Betragen andrer Menschen =
blos in so fern gut heißen, in so fern wir
das Unsrige billigen. Nimmt man noch hinzu,
daß uns die Eigenliebe leicht überredet, die Din¬