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Perzeption gewiß so lebhaft, daß ich nicht mehr
zweifeln werde, sie gehabt zu haben.
§. 12. Wir vergessen nicht nur gewöhnlich
einige von unsern Perzeptionen; sondern bisweilen
vergessen wir sie auch alle.
Wenn wir unsere
Aufmerksamkeit nicht dermaßen aufheften, daß
wir die in uns erzeugten Perzeptionen nur aufnehmen, ¬
ohne von einigen mehr gerührt zu werden, als
von andern: so ist das Bewußtseyn derselben so
schwach, daß wir uns nicht mehr erinnern, sie gehabt
zu haben, sobald wir aus diesem Zustande in einen
andern versezt werden. Man halte mir ein sehr
zusammengeseztes Gemälde vor, dessen Theile
meine Organen, beym ersten Anblick, mit einem
gleichen Grad von Lebhaftigkeit anschlagen; man
ziehe nun das Gemälde plözlich weg, eh' ich die
Zeit gehabt, es im Detail zu betrachten: so ist so
viel gewiß, daß ein jeder von seinen empfindbaren
Theilen Perzeptionen in mir hervorgebracht hat;
das Bewußtseyn derselben aber war so schwach,
daß ich mich ihrer nicht erinnern kann. Dieses
Vergessen rührt nicht von ihrer kurzen Dauer her.
Wenn man auch voraussezte, daß ich das Gemälde =
lange angesehn: so werde ich nach vielen
Stunden eben so wenig im Stand seyn, Rechenschaft
davon zu geben, so wenig ich es im ersten Augenblick =
thun konnte; unter der Bedingung nämlich,
daß ich das Bewußtseyn der Perzeptionen eines
jeden Theils nicht nach und nach lebhafter gemacht. ¬
Was von den durch dieses Gemälde verursachten =
Perzeptionen gilt, muß aus demselbigen Grund