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machende Erfahrung, daß wir unsre Augen tausendmal =
zuschließen, ohne daß wir zu erkennen
scheinen, daß wir uns im Dunkeln befinden. Wie
ich aber andere Erfahrungen machte: so entdeckte
ich meinen Jrrthum. Gewisse Perzeptionen nämlich, =
die ich nicht vergessen hatte, und die es
nothwendig machten, daß ich noch andre Perzeptionen =
gehabt haben mußte, worauf ich mich aber
gleich in dem nächsten Augenblick, da ich sie gehabt,
nicht mehr besinnen konnte, bewogen mich, meine
Meinung zu ändern.
Man gebe nur auf sich selbst Acht, wenn man
eine Lektüre geendiget hat. Es wird scheinen,
man sey sich keiner andern Jdeen bewußt gewesen,
außer derer, die man durch das Lesen des Buchs
überkam. Es wird einem nicht vorkommen, daß
man sich auch der Perzeption eines jeden Buchstabs ¬
nicht mehr bewußt gewesen, als der Finsterniß =
zu jedem mal, da man die Augenlieder
schloß. Durch diesen Anschein wird man sich
indessen nicht hintergehn lassen, wenn man überlegt, =
daß man, ohne das Bewußtseyn der Perzeption =
der einzelnen Buchstaben, kein Bewußtseyn =
der Perzeption der Wörter und folglich auch
nicht der Jdeen würde haben erhalten können.
§. 10. Aus dieser Erfahrung läßt sich der natürliche =
Grund von einer Erscheinung geben, die
jedermann erfährt; ich meine von der erstaunlichen =
Geschwindigkeit, womit einem bisweilen die
Zeit verflossen zu seyn scheint. Dieses rührt davon =
her, daß wir den größten Theil der Perzeptionen =
vergessen haben, die in unserer Seele auf ein=