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Allein es ist nicht wahrscheinlich, daß, wenn
wir einem Gegenstand unsre Aufmerksamkeit widmen, =
alle Fibern des Gehirns gleichmäßig bewegt ¬
werden; so daß nicht noch viele andre
Fibern übrigblieben, die einen andern Eindruck
aufnehmen könnten. Man hat also Grund anzunehmen, =
daß viele Perzeptionen in uns vorgehn,
von denen wir gleich im nächsten Augenblick nicht
wissen, daß wir sie gehabt haben. Was hier
nur noch Vermuthung ist, soll bald bewiesen werden.
§. 8. Die zwote Meinung wäre diese, wenn
man sagte: es werde gar kein Eindruck auf die
Sinne gemacht, der sich nicht dem Gehirn mittheilt, ¬
und der folglich nicht auch eine Perzeption
in der Seele hervorbringt. Man könnte aber
hinzusezen, daß die Perzeption ohne Bewußtseyn
seyn, und daß sie nicht zur Kenntniß der Seele gelangen =
könne. — Hier trete ich Locken bey. Denn
ich habe keine Idee von einer solchen Perzeption.
Es ist eben so gut, als wenn man sagte, ich apperzipire, =
ohne zu apperzipiren.
§. 9. Jch glaube also; wir haben allemal das
Bewußtseyn der Jmpressionen auf die Seele. Freylich =
ist dieses Bewußtseyn bisweilen so augenblicklich, =
daß wir uns auf dasselbe gleich im nächsten
Augenblick nicht mehr besinnen können. Einige
Beyspiele werden meine Behauptung in ein helles
Licht stellen.
Ich gestehe gern; es hat mir eine Zeit lang
geschienen, als wenn in uns Perzeptionen vorgehn, =
deren wir uns nicht bewußt sind. Jch
stüzte mich dabey hauptsächlich auf die leicht zu