Volltext : Condillac, Etienne Bonnot: Versuch über den Ursprung der menschlichen Erkenntnis

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§.  41.  Sehr  leicht  würde  man  seine  eignen
Mängel  entdecken  können,  wenn  man  bemerken
könnte,  daß  die  größten  Männer  ähnliche  Fehler
gehabt.  Die  Weltweisen  würden  unserm  Unvermögen, =
  uns  selbst  zu  studiren,  größtentheils  abgeholfen =
  haben,  wenn  sie  uns  die  Geschichte  der
Fortbildung  ihres  Geistes  hinterlassen  hätten.
Descartes  hat  es  gethan;  und  dafür  müssen  wir
ihm  am  meisten  verbunden  seyn.  Statt  die  Scho
lastiker  geradezu  anzugreifen,  stellt  er  die  Zeit  vor,
da  er  selbst  die  nehmlichen  Vorurtheile  hatte;  er
verheelet  die  Schwierigkeiten  gar  nicht,  die  ihm
bey  der  Ablegung  jener  Vorurtheile  im  Wege  standen; ¬
  er  giebt  die  Regeln  für  eine  Methode  an,
die  weit  einfacher  ist,  als  irgend  eine  von  denen,
die  vor  ihm  gebräuchlich  waren;  er  legt  die  Entdeckungen =
  vor,  die  er  gemacht  zu  haben,  glaubte;
und  er  bereitet  hiedurch  den  Leser  zur  Aufnahme
der  Meinungen  vor,  die  er  festsezen  wollte.  Ich
glaube,  dieses  Verfahren  hat  vieles  zur  Revolution ¬
  beygetragen,  die  dieser  Philosoph  verursacht ¬
  hat.
§.  42.  Nüzlicher  könnte  nichts  seyn,  als
wenn  man  die  Kinder  nach  der  Art  unterweisen
sollte,  nach  welcher  wir  selbst,  nach  meinem  Vorschlag ¬
  verfahren  müssen.  Man  könnte,  indem
man  mit  ihnen  spielte,  den  Operationen  ihrer
Seele  alle  Uebung  verschaffen,  deren  sie  fähig
sind;  wenn  es,  wie  ich  eben  gezeigt  habe,  keinen
einzigen  Gegenstand  giebt,  der  hiezu  nicht  taug
lich  wäre.  Unvermerkt  könnte  man  sie  auch  angewöhnen, ¬
  die  Operationen  ihrer  Seele  zu  ordnen.
Wenn  hernach  in  der  Folge  das  Alter  und  die
            
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