Volltext : Condillac, Etienne Bonnot: Versuch über den Ursprung der menschlichen Erkenntnis

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daß  man  diese  Verbindungen  auf  eine  dem  vorgesezten
Zweck  und  den  Umständen,  unter  welchen  man
sich  befindet  entsprechende  Art  zu  bilden  wisse.
Versteht  man  dieses:  so  braucht  man  sich  nicht,
wie  einige  Philosophen,  in  die  Einsamkeit  zu  begeben, ¬
  oder  in  einen  Keller  zu  verschließen,  um
daselbst  bey  dem  schwachen  Licht  einer  Lampe  zu
meditiren.  Einem  Mann,  der  denken  kann,  kann
weder  der  Tag,  noch  die  Nacht,  noch  das  Geräusch, ¬
  noch  das  Stillschweigen  Hindernisse  in  seinen =
  Meditationen  sezen.
§.  38.  Hier  sind  ein  Paar  Erfahrungen,  die
viele  Personen  zu  machen  werden  Gelegenheit  gehabt
haben.  Wenn  man  sich  an  einen  stillen  und  finstern ¬
  Ort  begiebt:  so  kann  einen  das  kleinste  Geräusch ¬
  und  das  schwächste  Licht  zerstreuen,  wenn
man  vom  Geräusch  oder  vom  Licht  in  dem  Augenblick =
  gerührt  wird,  da  man  sich  es  nicht  versah.
Das  rührt  davon  her,  daß  sich  die  Ideen  mit  denen ¬
  man  sich  beschäftiget,  natürlicher  Weise  mit
den  Umständen,  in  denen  man  sich  befindet,  verknüpfen, =
  und  daß  folglich  auch  die  Perzeptionen
die  dieser  Lage  zuwider  sind,  nicht  hinzukommen
können,  ohne  die  Ordnung  der  Jdeen  zu  stören.
Eben  diese  Beobachtung  läßt  sich  auch  unter  ganz
andern  Umständen  machen.  Wenn  ich  am  Tage
und  mitten  unter  dem  Geräusch  über  einen  Gegenstand ¬
  nachdenke:  so  würde  ich  ganz  zerstreuet  werden, =
  wenn  das  Licht  oder  das  Geräusch  auf  einmal ¬
  aufhörte.  In  diesem,  so  wie  auch  in  dem
vorigen  Fall  sind  die  neuen  Perzeptionen,  die  ich
empfinde,  dem  Zustand,  in  welchem  ich  mich  vorFolglich =
  muß
her  befand,  ganz  entgegengesezt.
            
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