394
ben unmöglich zweifeln. So sind z. B. die Ideen
von den Zahlen beschaffen.
§. 34. Wäre dieser Philosoph nicht für die
angebornen Begriffe eingenommen gewesen: so
hätte er gefunden, daß das einzige Mittel, sich
einen neuen Fond von Kenntnissen zu machen, der
gänzliche Sturz der Jdeen selbst sey, um sie bey ihrem
Ursprung wieder vorzunehmen, d. h. bey den Sensationen. =
Hieraus wird man eine große Verschiedenheit ¬
unter seinem Ausspruch und unter meiner
Methode wahrnehmen; er sagt, man müsse bey
ben einfachsten Dingen anfangen; ich behaupte,
man müsse mit den einfachsten Ideen den Anfang
machen, die uns durch die Sinne zugeführt werden. ¬
Bey ihm sind die einfachsten Dinge, angeborne ¬
Ideen, allgemeine Grundsäze und abstrakte
Notionen, die er für die Quelle unsrer Kenntnisse
hält. In der Methode, die ich vorschlage, sind
die einfachsten Ideen, die ersten partikulären Ideen,
zu denen wir mittelst der Sensation und der Reflexion =
gelangen. Diese sind die Materialien unsrer
Erkenntniß, die wir nach Maasgabe der Umstände ¬
kombiniren, um komplexe Ideen aus ihnen zu
bilden, deren Analyse uns die Beziehungen anzeigen ¬
muß. Man bemerke wohl; ich sage nicht
blos, man müsse bey den einfachsten Ideen anfangen: ¬
sondern ich sage, man müsse mit den
einfachsten Ideen, die uns durch die Sinne zugeführt ¬
werden, den Anfang machen. Jch mache
diesen Zusaz deswegen, damit man sie weder mit
den abstrakten Notionen, noch mit den allgemeinen =
Prinzipien der Philosophen verwechseln möge.
Die Jdee vom Solidum z. B. ist, so kompler