Objekt : Condillac, Etienne Bonnot: Versuch über den Ursprung der menschlichen Erkenntnis

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Blos  im  Gebrauch  komplexer  Notionen  könnte
man  sich  durch  ein  unzeitiges  Hinzusezen  oder  Wegthun =
  irren.  Hat  man  sie  aber  mit  der  Behutsamkeit, ¬
  die  ich  fordere,  gebildet:  so  darf  man
nur,  um  Irrthümer  zu  vermeiden,  ihre  Erzeugung
von  neuem  untersuchen,  denn  hierdurch  werden
wir  in  denselben  finden,  was  sie  enthalten,  und
nichts  mehr,  und  nichts  weniger.  Wir  megen
nun  Vergleichungen  einfacher  und  zusammen  zesezter =
  Jdeen  anstellen,  welche  wir  wollen:  so  werden =
  wir  ihnen  nie  andre  Beziehungen  zueignen,  als
die  ihnen  wirklich  zukommen.
§.  32.  Die  Philosophen  machen  nur  deswegen
so  dunkle  und  undeutliche  Räsonnements,  weil  sie
nicht  vermuthen,  daß  es  Ideen  giebt,  die  das
Werk  des  Verstandes  sind,  oder  weil  sie,  wenn  sie
sich  dieses  auch  beyfallen  lassen,  die  Erzeugung
derselben  nicht  zu  entdecken  im  Stand  sind.  Sie
sind  für  die  Meynung  eingenommen,  daß  die
Ideen  angebohren,  oder  daß  sie,  so  wie  sie  da
sind,  richtig  gebildet  worden  sind;  und  nun  glauben =
  sie,  es  durfe  nichts  an  ihnen  verändert  werden, ¬
  und  sie  nehmen  sie,  wie  sie  ihnen  der  Zufall
darstellt.  Da  man  nur  solche  Ideen  gut  analysiren
kann,  die  man  selbst  mit  Ordnung  gebildet  hat:
so  sind  alle  ihre  Analysen  oder  besser  ihre  Definitionen =
  fehlerhaft.
Sie  dehnen  die  Bedeutung ¬
  ihrer  Ausdrücke  auf  eine  unrichtige  Weise
aus,  oder  sie  schränken  sie  unrichtig  ein;  sie  ver
ändern  sie,  ohne  es  selbst  zu  bemerken;  oder  sie
ziehen  auch  sogar  die  Wörter  auf  schwankende  Notionen, ¬
  oder  auf  unverständliche  Realitäten.  Man
erlaube  mir,  daß  ich  es  noch  einmal  wiederhole;
            
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