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würde, würde er Zeichen erfinden. Er würde
seine ersten Ideen nach den Umständen verbinden,
in welchen er sich findet. Eine jede Kollektion
würde er mittelst eigner Namen fixiren, und wenn
er zwo komplexe Notionen vergleichen wollte: so
würde er sie leicht analysiren können, weil er keine
Schwierigkeit, sie auf einfache Ideen zurückzuführen, ¬
finden würde, aus denen er sie selbst zusammengesezt. =
Da er sich auf solche Weise keine
Wörter eher erdenken würde, als bis er sich Jdeen
gebildet: so würden seine Notionen stets genau bestimmt =
und seine Sprache würde keinen Dunkelheiten
und Vieldeutigkeiten unterworfen seyn, denen unsre
Sprache unterworfen ist. Nun wollen wir uns einmal
an die Stelle dieses Menschen versezen; wir wollen
alle Umstände durchgehn, unter welchen er sich befinden =
kann; wir wollen mit ihm sehn, was er
empfindet; wir wollen uns dieselbigen Ideen erwerben; ¬
sie sorgfältig analysiren; sie mit ähnlichen
Zeichen ausdrücken, und uns, so zu sagen, eine
ganz neue Sprache machen.
§. 30. Jndem wir, nach dieser Methode, nur
aus einfachen oder auch aus solchen zusammengesezten ¬
Ideen schließen werden, die das Werk
unsres Verstandes sind; so werden wir zwey Vortheile ¬
haben. Der erste: wir werden, da wir die
Erzeugung der Ideen, worüber wir meditiren,
kennen, nichts behaupten, wobey wir nicht wissen
sollten, wo wir nun sind, wie wir hingekommen,
und wie wir wieder auf unsern Pfad zurückkehren
können. Der zweyte: wir werden bey jeder Materie ¬
die Gränzen unsrer Erkenntniß deutlich kennen; ¬
weil wir denn auf diese Gränzen stossen wer¬