Volltext : Condillac, Etienne Bonnot: Versuch über den Ursprung der menschlichen Erkenntnis

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ganz  anders  angreifen.  Hier  vereinigen  oder
trennen  wir  nach  unserm  Belieben  gewisse  einfache
Begriffe,  oder  wir  nehmen  auch  die  Kombination
an,  die  schon  andre  veranstaltet  haben.
§.  26.  Unter  den  Notionen  der  Substanzen
und  unter  diesen  Notionen  findet  sich  der  Unter.
schied,  daß  wir  die  leztern  als  Modelle  ansehn,
worauf  wir  die  äußeren  Dinge  hinziehn,  und  daß
hingegen  jene  bloße  Kopien  von  dem  sind,  was
wir  ausser  uns  wahrnehmen.  Es  reicht  zur  Wahrheit =
  der  erstern  zu,  wenn  die  Kombinationen  unsers ¬
  Verstandes  demjenigen,  was  man  an  den
Dingen  bemerkt,  entsprechen;  und  eben  so  ist  es
zur  Wahrheit  der  leztern  genug  wenn  einige  äussere
Kombinationen  so  beschaffen  seyn  können,  wie  diejenigen, =
  die  in  unserm  Verstand  vorhanden  sind.
Die  Notion  von  der  Gerechtigkeit  würde  wahr
seyn,  selbst  wenn  man  keine  gerechte  Handlung  finden =
  sollte.  Denn  ihre  Wahrheit  besteht  in  einer
Sammlung  von  Ideen,  die  gar  nicht  von  dem,
was  ausser  uns  vorgeht,  abhängt.  Die  Notion
des  Eisens  hingegen  ist  nicht  wahr,  wofern  sie
nicht  diesem  Metall  entspricht.  Denn  es  soll  das
Modell  derselben  seyn.
Aus  diesen  Betrachtungen  über  die  urbildlichen
Jdeen  läßt  sich  leicht  abnehmen,  daß  die  Festsezung =
  der  Bedeutung  ihrer  Namen  einzig  und  allein
von  uns  abhängt;  weil  es  ja  blos  auf  uns  ankömmt, =
  daß  wir  die  einfachen  Ideen  bestimmen,
aus  denen  wir  selbst  die  Sammlungen  gemacht
haben.  Auch  sieht  man  ein,  daß  andre  unsern
Gedanken  gleichfalls  beytreten  müssen,  wenn  wir
sie  nur  in  solche  Umstände  versezen,  in  welchen
            
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