Volltext : Condillac, Etienne Bonnot: Versuch über den Ursprung der menschlichen Erkenntnis

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sie  gleich  anfänglich  unbehutsam  mit  einfachen
Ideen  überladen.  Wir  werden  sie  bald  in  einer,
bald  in  einer  andern  Bedeutung  nehmen.  Denn,
da  wir  die  Sammlungen  der  Ideen  nur  so  obenhin ¬
  dem  Verstand  eingedrückt  haben:  so  werden
wir  oft  etwas  zu  denselben  hinzusezen,  oft  etwas
von  denselben  wegthun,  ohne  es  gewahr  zu  werden. ¬
  Fangen  wir  aber  die  Sache  so  an,  daß  wir
nur  wenige  Ideen  an  die  Wörter  knüpfen;  und
gehn  wir  nur  sehr  ordentlich  zu  größern  Sammlungen ¬
  über:  so  werden  wir  uns  gewöhnen,  unsre
Notionen  immer  mehr  und  mehr  zusammenzusezen,
ohne  sie  dadurch  unbestimmter  und  ungewisser  zu
machen.
§.  22.  Dieses  ist  die  Methode,  die  ich,  besonders =
  im  dritten  Abschnitt  dieses  Werks,  befolgt ¬
  habe.  Ich  fing  nicht  mit  der  Vorlegung
der  Namen  für  die  Seelenoperationen  an,  um  sie
nachher  zu  definiren;  sondern  ich  suchte  mich  in
die  vortheilhaftesten  Umstände  zu  versezen,  unter
welchen  ich  die  Fortbildung  derselben  beobachten
konnte.  Und  so  wie  ich  mir  Ideen  bildete,  die  zu
den  vorigen  hinzukamen,  bestimmte  ich  sie  auch  mit
Namen,  und  bequemte  mich  nach  dem  Sprachgebrauch, =
  so  oft  es  ohne  Nachtheil  geschehen  konnte.
§.  23.  Wir  haben  zwo  Arten  von  komplexen
Notionen.  Einige  bilden  wir  nach  Modellen.
Andre  bestehn  aus  gewissen  Kombinationen  einfacher =
  Ideen,  die  der  Verstand,  durch  eine  Wir
kung  seiner  eignen  Wahl,  zusammenfügt.
Wollte  man  sich,  durch  eine  willkührliche
Versammlung  einfacher  Ideen,  Notionen  von  Sub=
            
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