381
Betrachtung der einfachen Ideen legen, und der
sie nur in eben dem Maas, in welchem er mit
ihnen bekannt wird, unter Zeichen versammlen
wollte, diese Gefahren nicht laufen. Die zusammengeseztesten =
Wörter, deren er sich würde bedienen
müssen, würden beständig eine bestimmte Bedeutung ¬
haben; denn, da er sich selbst die einfachen
Jdeen auswehlt, die er an dieselben knüpft, und
deren Anzahl er bestimmt: so würde er die Bedeutung ¬
eines jeden in bestimmte Gränzen einschränken. ¬
§. 20. So lang man aber die elende Wissenschaft =
derer nicht aufgeben will, die die Wörter
auf Realitäten ziehn, die sie nicht kennen: so lang
ist es unnüz auf Bestimmtheit der Sprache zu denken. ¬
Nur deswegen läßt sich die Arithmetik in
allen ihren Theilen demonstriren; weil wir einen
ganz bestimmten Begrif von der Einheit haben,
und weil wir durch die Kunst, mit welcher wir uns
der Zeichen bedienen, bestimmen, wie viel mal die
Einheit in den zusammengeseztesten Zahlen, zu ihr
selbst hinzugethan worden.
Jn andern Wissenschaften =
hingegen will man nach schwankenden und
dunkeln Ausdrücken über komplexe Begriffe räsonniren, ¬
und die Beziehungen derselben finden. Will
man die Ungereimtheit dieses Verfahrens einsehn:
so darf man nur darüber urtheilen, wo wir stehn
würden, wenn die Menschen die Arithmethik in
dieselbige Verwirrung hätten stürzen können,
der sich die Methaphysik und Moral befinden.
§. 21. Die komplexen Jdeen sind das Werk
des Verstandes. Sind sie fehlerhaft: so rührt es