Volltext : Condillac, Etienne Bonnot: Versuch über den Ursprung der menschlichen Erkenntnis

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Betrachtung  der  einfachen  Ideen  legen,  und  der
sie  nur  in  eben  dem  Maas,  in  welchem  er  mit
ihnen  bekannt  wird,  unter  Zeichen  versammlen
wollte,  diese  Gefahren  nicht  laufen.  Die  zusammengeseztesten =
  Wörter,  deren  er  sich  würde  bedienen
müssen,  würden  beständig  eine  bestimmte  Bedeutung ¬
  haben;  denn,  da  er  sich  selbst  die  einfachen
Jdeen  auswehlt,  die  er  an  dieselben  knüpft,  und
deren  Anzahl  er  bestimmt:  so  würde  er  die  Bedeutung ¬
  eines  jeden  in  bestimmte  Gränzen  einschränken. ¬

§.  20.  So  lang  man  aber  die  elende  Wissenschaft =
  derer  nicht  aufgeben  will,  die  die  Wörter
auf  Realitäten  ziehn,  die  sie  nicht  kennen:  so  lang
ist  es  unnüz  auf  Bestimmtheit  der  Sprache  zu  denken. ¬
  Nur  deswegen  läßt  sich  die  Arithmetik  in
allen  ihren  Theilen  demonstriren;  weil  wir  einen
ganz  bestimmten  Begrif  von  der  Einheit  haben,
und  weil  wir  durch  die  Kunst,  mit  welcher  wir  uns
der  Zeichen  bedienen,  bestimmen,  wie  viel  mal  die
Einheit  in  den  zusammengeseztesten  Zahlen,  zu  ihr
selbst  hinzugethan  worden.
Jn  andern  Wissenschaften =
  hingegen  will  man  nach  schwankenden  und
dunkeln  Ausdrücken  über  komplexe  Begriffe  räsonniren, ¬
  und  die  Beziehungen  derselben  finden.  Will
man  die  Ungereimtheit  dieses  Verfahrens  einsehn:
so  darf  man  nur  darüber  urtheilen,  wo  wir  stehn
würden,  wenn  die  Menschen  die  Arithmethik  in
dieselbige  Verwirrung  hätten  stürzen  können,
der  sich  die  Methaphysik  und  Moral  befinden.
§.  21.  Die  komplexen  Jdeen  sind  das  Werk
des  Verstandes.  Sind  sie  fehlerhaft:  so  rührt  es
            
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