Full text : Condillac, Etienne Bonnot: Versuch über den Ursprung der menschlichen Erkenntnis

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der  Sensationen,  als  der  Operationen  der  Seele,
durch  die  Umstände,  sehr  genau  bestimmt  werden
können;  weil  sie  schon  so  genau  bestimmt  sind,  daß
die  Kinder  sich  dabey  nicht  irren.  Ein  Philosoph
muß,  wenn  von  den  Sensationen  die  Rede  ist,
nur  zwey  Fehler  zu  vermeiden  suchen,  worinnen
die  Menschen  durch  voreilige  Urtheile  zu  verfallen
pflegen.  Der  eine  ist,  wenn  man  glaubt,  die
Sensationen  seyen  an  den  Objekten;  der  zweyte  ist
der,  wovon  wir  eben  geredet  haben,  daß  dieselbigen =
  Gegenstände  in  einem  jeden  von  uns  dieselbigen ¬
  Sensationen  hervorbringen.
§.  9.  Sobald  die  Ausdrücke  zur  Bezeichnung
einfacher  Jdeen  genau  und  richtig  sind:  so  bald  ist
kein  weiteres  Hinderniß  da,  daß  man  nicht  auch
diejenigen  Ausdrücke  bestimmen  könnte,  die  andern
Ideen  zugehören.  Man  darf  zu  dem  Ende  nur
die  Anzahl  und  die  Beschaffenheit  der  einfachen
Ideen  bestimmen,  aus  welchen  man  eine  komplexe
Notion  bilden  kann.  Daß  man  in  diesem  Fall  so
viele  Hindernisse  bey  der  Beschränkung  des  Sinnes
der  Namen  findet,  so  daß  nach  vieler  Mühe  doch
noch  viel  Vieldeutigkeit  und  Dunkelheit  übrig
bleibt,  davon  liegt  der  Grund  darinnen,  daß  man
diese  Wörter  schon  im  Gebrauch  findet,  nach  welchem ¬
  man  sich  richten  will.
Die  Moral  liefert
uns  vorzüglich  so  höchstzusammengesezte  Ausdrücke,
und  der  Sprachgebrauch,  den  wir  zu  Rath  ziehn,
stimmt  so  wenig  mit  sich  selbst  überein,  daß  wir,
dieser  Methode  wegen,  nothwendig  ungenau  reden,
und  in  sehr  viele  Widersprüche  fallen  müssen.  Gewiß =
  würde  einer,  der  sich  anfänglich  blos  auf  die
            
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