Volltext : Condillac, Etienne Bonnot: Versuch über den Ursprung der menschlichen Erkenntnis

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wie  gewöhnlich,  mit  der  Darlegung  der  Ausdrücke,
um  sie  zu  definiren,  anfangen;  sondern  daß  man,
nachdem  man  sich  in  die  Umstände  versezt,  unter
welchen  man  etwas  empfand  oder  sah,  dem,  was
man  empfand  oder  sah,  einen  Namen  geben  müsse,
den  man  aus  dem  Sprachgebrauch  entlehnen
könnte.  Dieser  Weg  hat  mir  sehr  natürlich,  und
weit  tauglicher  zur  Bezeichnung  des  Unterschiedes
geschienen,  der  sich  unter  der  Art,  wie  ich  wünschte, ¬
  daß  die  Bedeutung  der  Wörter  bestimmt  würde, ¬
  und  unter  den  Definitionen  der  Philosophen
findet.
§.  15.  Jch  glaube,  es  würde  zu  dieser  Absicht
unnüz  seyn,  wenn  man  sich  blos  auf  den  Gebrauch
solcher  Ausdrücke  einschränken  wollte,  die  in  die
Sprache  der  Gelehrten  aufgenommen  sind;  es
könnte  vielleicht  vortheilhafter  seyn,  wenn  man
sie  aus  der  gemeinen  Sprache  herholen  sollte.
Zwar  ist  die  eine  nicht  richtiger  gebauet,  als  die
andre.  Ich  finde  aber  doch  in  der  leztern  einen
Fehler  weniger.  Der  große  Haufe  nämlich,  der
über  die  wissenschaftlichen  Gegenstände  nicht  nachgedacht =
  hat,  giebt  seine  Unwissenheit  und  Ungenauigkeit ¬
  im  Gebrauch  der  Wörter  gern  zu.  Die
Philosophen  hingegen  schämen  sich,  vergebens
meditirt  zu  haben,  und  sie  sind  allemal  eigensinnige
Vertheidiger  ihrer  angeblichen  Produkte.
§.  16.  Wir  müssen  uns,  um  diese  Methode
deutlicher  vorzulegen,  in  einen  genauern  Detail  einlassen, ¬
  und  das,  was  wir  auf  eine  ganz  allgemeine
Art  vorgetragen  haben,  auf  verschiedene  Ideen
            
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