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wird; so daß es ein Widerspruch wäre, daß eine
Perzeption nicht erkannt werde: so muß Perzeption
und Bewußtseyn nur als eine und eben dieselbe Operation ¬
angesehn werden. Ist hingegen die entgegengesezte ¬
Meinung die richtige: so sind es zwey
verschiedne Operationen, und in dem Fall würde
unsre Erkenntniß eigentlich bey dem Bewußtseyn,
und nicht bey der Perzeption anfangen, wie ich angenommen ¬
habe.
§. 5. Es trift sich oft, daß wir bey mehrern
Perzeptionen, deren wir uns zu gleicher Zeit bewußt ¬
sind, doch ein stärkeres Bewußtseyn von einigen, =
als von andern haben, oder daß wir lebhafter
von ihrem Daseyn benachrichtiget werden.
mehr das Bewußtseyn jener zunimmt, desto mehr
nimmt das Bewußtseyn der leztern ab. Wenn jemand ¬
ein Schauspiel besucht, wo eine Menge von
Gegenständen seine Blicke um die Wette auf sich hinziehn: ¬
so wird seine Seele von der Menge der Gegenstände ¬
bestürmt werden, die sie ganz gewiß erkennt; ¬
Allein es werden ihr allmälig einige unter
ihnen vorzüglich gefallen, und sie vor andern interessiren. ¬
Diesen wird sie sich daher lieber überlassen; ¬
Und von diesem Augenblick an, wird das Bewußtseyn =
der übrigen unmerklich bis zu dem Punkt
abnehmen, daß, wenn der Zuschauer wieder zu diesen ¬
Objekten zurückkömmt, er sich nicht mehr erinnern ¬
wird, daß er sie schon bemerkt habe. Hievon
ist die Täuschung bey einem Schauspiel ein Beweis.
Es giebt Augenblicke, in denen sich das Bewußtseyn ¬
zwischen der aufgeführten Handlung und zwischen ¬
dem Rest des Schauspiels nicht zu theilen