Volltext : Condillac, Etienne Bonnot: Versuch über den Ursprung der menschlichen Erkenntnis

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tionen  gefunden.  Diejenigen,  die  über  diese  Entstehungsart ¬
  nicht  nachgedacht  haben,  können  eben
so  richtig  rechnen,  wie  andre;  denn  die  Regeln
sind  sicher.  Weil  sie  aber  die  Gründe  derselben  nicht
kennen:  so  haben  sie  keinen  Begrif  von  dem,  was
sie  eigentlich  machen,  und  sie  sind  nicht  im  Stand,
neue  Regeln  zu  erfinden.
§.  10.  Die  Wahrheit  wird  in  allen  Wissenschaften, =
  wie  in  der  Arithmetik  nur  durch  Zusammensezungen =
  und  durch  Auseinanderlegungen  entdeckt.
Wenn  man  aber  in  den  übrigen  Wissenschaften
nicht  mit  eben  der  Richtigkeit  schließt:  so  liegt  der
Grund  darinnen,  daß  man  noch  nicht  sichere  Regeln ¬
  gefunden  hat,  nach  welchen  man  die  Ideen
genau  zusammensezen  und  auseinanderlegen  kann.
Und  dieses  rührt  wiederum  davon  her,  daß  man
sie  nicht  zu  determiniren  gewußt  hat.  Vielleicht
werden  die  Betrachtungen,  die  wir  über  den  Ursprung ¬
  unsrer  Erkenntniß  angestellt  haben,  uns
Mittel  zur  Ergänzung  dieses  Mangels  an  die
Hand  geben.
Zweytes  Kapitel.
Wie  man  die  Ideen  oder  ihre  Benennungen
bestimmen  kann.
§.  11.  Es  ist  eine  gewöhnliche  und  allgemein
bekannte  Lehre,  daß  man  die  Wörter  in  ihrem
Sprachgebrauch  nehmen  muß.  Es  scheint  wirklich ¬
  beym  ersten  Anblick,  man  könne  sich  andern
durch  kein  ander  Mittel  verständlich  machen,  man
            
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