Volltext : Condillac, Etienne Bonnot: Versuch über den Ursprung der menschlichen Erkenntnis

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Prinzipium,  einen  metaphorischen  Ausdruck,  ein
vieldeutiges  Wort  mißbrauchen,  um  sie  so  anzuwenden, ¬
  daß  wir  unsre  Lieblingsmeynungen  daraus =
  herleiten  können.  Wenn  wir  uns  also  irren:
so  sind  die  schwankenden  Prinzipien,  die  Metaphern ¬
  und  die  vieldeutigen  Wörter  schon  vor  unsern =
  Leidenschaften  da.  Will  man  also  alle  Kunstgriffe =
  des  Irrthums  vereiteln:  so  darf  man  sich
nur  dieser  leeren  Sprache  enthalten.
§.  8.  Wenn  der  Ursprung  des  Jrrthums  im
Mangel  der  Ideen,  oder  in  unrichtig  bestimmten
Ideen  liegt:  so  muß  der  Ursprung  der  Wahrheit ¬
  in  richtig  bestimmten  Ideen  zu  suchen  seyn.
Hievon  sind  die  mathematischen  Wissenschaften
Beweise.  Wenn  wir  nur  bestimmte  Begriffe
von  den  Gegenständen  haben:  so  werden  diese  immer =
  zur  Unterscheidung  der  Wahrheit  zureichen.
Haben  wir  hingegen  dergleichen  Begriffe  nicht:  so
werden  wir  vergebens  alle  erdenkliche  Vorsicht  anwenden: =
  allemal  werden  wir  alles  durch  einander
werfen.  Kurz,  mittelst  richtig  bestimmter  Begriffe
würde  man  in  der  Physik  allemal  mit  sichern  Schritten =
  fortgehn;  ohne  dergleichen  Begriffe  würde
man  sich  hingegen  selbst  in  der  Arithmethik  irren.
§.  9.  Wie  kömmt's  aber,  daß  die  Arithmetiker =
  so  richtige  Begriffe  haben?  Da  sie  ihre  Erzeugung ¬
  auseinander  kennen:  so  können  sie  sie  immer
zusammensezen  und  wiederum  aus  einanderlegen,
um  sie  nach  allen  ihren  Beziehungen  vergleichen  zu
können.  Nur  durch  Reflexion  auf  die  Entstehungsart =
  der  Zahlen  hat  man  die  Regeln  der  Kombina=
            
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