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ständen ab, daß man unmöglich alle Triebfedern, =
die sie in Bewegung sezen, enthüllen, und
daß sich ganz natürlich ein jeder einbilden kann,
er finde sich nicht im Fall derer, die durch sie verführt ¬
werden.
So wie ein schwächlicher Mensch oft von einer
Krankheit wieder hergestellet wird, um in eine andre ¬
zu fallen: eben so verändert der Verstand oft
nur seine Jrthümer, statt sie gänzlich zu verlassen.
Man müßte, wenn man einen schwächlichen Menschen =
von allen seinen Krankheiten befreyen wollte,
ihm ein ganz neues Temperament geben: Eben so
müßte man unsern Verstand, um ihn in Ansehung ¬
aller seiner Jrrthümer zu verbessern, ganz
neue Einsichten verschaffen, und man müßte,
ohne sich bey dem Detail seiner Krankheiten aufzuhalten, =
an die Quelle selbst zurückgehn, und
sie verstopfen.
§. 2. Diese Quelle werden wir in unster Gewohnheit, =
über Dinge zu räsonniren, finden, von
denen wir entweder gar keinen Begrif, oder nur
ganz unbestimmte Jdeen haben. Es ist nöthig, daß
wir hier den Grund dieser Gewohnheit aufsuchen,
um den Ursprung unsrer Jrrthümer auf eine überzeugende =
Art einzusehn, und um zu wissen, mit wie viel
kritischem Geist man an die Lektüre der Philosophen =
gehn muß.
§. 3. So lang wir noch Kinder und der Reflexion =
unfähig sind, so lang ist es unser Bedürfniß =
allein, was uns beschäftiget. Die Gegenstände ¬
machen indessen zu dieser Zeit um so viel tiefere =
Eindrücke, da sie weniger Widerstand finden.