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§. 160. Jch zweifle gar nicht, daß man nicht
meinen Bemerkungen über den Charakter der
Sprache widersprechen wird. Ich habe oft Personen ¬
gefunden, die alle Sprachen zu allen Geistesarbeiten =
gleich geschickt hielten, und die behaupteten, =
ein wie Corneille organisirter Mensch
würde die nämlichen Proben der Talente gegeben
haben, er mag in einem Jahrhundert, gelebt, oder in
einer Sprache geschrieben haben, in welcher er wollte.
Vielleicht hat der Umstand, daß die Zeichen,
wenn sie zum erstenmal gebraucht werden, willkührlich =
sind, viele auf den Gedanken gebracht, daß
Allein ich
sie keinen Charakter haben können.
frage: ist es nicht einer jeden Nation natürlich,
ihre Ideen nach dem ihr eigenthümlichen Genie
zu verbinden, und die verschiedenen hinzukommenden =
Jdeen, einem gewissen Fond von Hauptideen
nach der Art beyzufügen, nach welcher sie verschiedentlich =
gerührt wird? Diese durch einen langwierigen =
Gebrauch auktorisirten Kombinationen aber
sind gerade das, was das Genie einer Sprache ausmacht. =
Es kann freylich mehr oder weniger ausgebreitet =
seyn. Das hängt von der Anzahl und der Mannigfaltigkeit =
der gangbaren Wendungen und von
der Analogie ab, die einem Mittel an die Hand
giebt, wenn es nöthig ist, neue Wendungen zu
erfinden. Diesen Charakter ganz zu verändern, steht
gar nicht in der Gewalt eines einzigen Mannes.
Man redet, sobald man davon abweicht, eine
fremde Sprache, und man wird nicht mehr verstanden. =
Die Hervorbringung solcher beträchtlicher ¬
Veränderungen ist das Werk der Zeit. Man