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türlicher, als die Uebung der übrigen Seelenoperationen. ¬
Dieses ist, wie ich glaube, eine von
den Ursachen vom Vorzug der neuern Weltweisen
vor den Alten. Eine so weise Sprache, wie die
Französische in der Auswahl der Figuren und der
Wendungen ist, mußte um so viel weiser in der
Art zu schließen seyn.
Man müßte sich, um unsre Ideen zu fixiren,
zwo Sprachen denken: eine, die der Einbildungskraft =
so viel Uebung schaft, daß die Menschen, die
sie sprechen, unaufhörlich fabeln: eine andre, die
die Analyse in einem so hohen Grad übt, daß sich
die Menschen, denen sie natürlich wäre, sogar in
ihren Vergnügungen wie Geometer betragen, die
die Lösung eines Problems suchen. Wir könnten
uns alle mögliche Sprachen, zwischen diesen beyden ¬
Extremitäten vorstellen, und bemerken, wie
sie, nach Maasgabe der Extremität, der sie sich
nähern, verschiedene Charaktere annehmen, und
sich für die Vortheile, die sie an der einen Seite
verlieren, durch die andern Vortheile schadlos
halten, die sie an der andern Seite gewinnen.
Die vollkommenste unter ihnen würde das Mittel =
halten, und das Volk, welches sie redet, würde
viele große Männer aufweisen können.
Hier könnte man mir den Einwurf machen:
wenn der Charakter der Sprachen ein Grund vom
Vorzug der heutigen Philosophen vor den ältern
Weltweisen ist; würde denn nicht daraus auch folgen,
daß die alten Dichter den Neuern vorgezogen werden ¬
müssen? Jch antworte: Nein. Die Analyse