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Dichtern die erste und vielleicht auch die größte
Verbindlichkeit schuldig. Jhre Einbildungskraft
strengt sich unter dem Joch der Regeln, welches
ihnen beschwerlich ist, mit aller Kraft an, und sie
muß nothwendig neue Wendungen hervor bringen.
Daher sind auch die plözlichen Fortschritte der
Sprachen allemal die Epoche irgend eines großen
Dichters. Die Philosophen vervollkommnen die
Sprache nur lange nachher. Der französischen
Sprache haben sie die Genauigkeit und Deutlichkeit =
gegeben, die ihren Hauptcharakter ausmachen, ¬
und die uns dadurch, daß sie uns die bequemsten ¬
Zeichen zur Analyse unsrer Ideen an die
Hand geben, in den Stand setzen, dasjenige, was
in jedem Objekt das feinste Stück ist, wahrzunehmen. =
§. 154. Die Philosöphen gehn auf die Gründe
der Dinge zurück; sie sezen die Regeln der Künste fest,
erklären die verstecktesten Punkte derselben, und
vermehren durch ihre Lehren die Zahl geschickter
Beurtheiler. Betrachtet man hingegen die Künste
in den Theilen, die mehr Einbildungskraft erfordern: ¬
so können sich die Philosophen nicht rühmen, ¬
daß sie zu ihrem Wachsthum eben so viel
beytragen, wie zur Fortbildung der Wissenschaften. =
Sie scheinen ihnen vielmehr schädlich zu
seyn. Das rührt davon her, daß die Aufmerksamkeit, =
die man der Erkenntniß der Regeln widmet, ¬
das Feuer der Einbildungskraft dämpft.
Denn diese Operation will lieber von der Empfindung =
und dem lebhaften Eindruck der Gegenstände,