Volltext : Condillac, Etienne Bonnot: Versuch über den Ursprung der menschlichen Erkenntnis

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solchen  Grad  von  Vollkommenheit  erreicht,  den
die  unsrige  erreicht  hatte,  wie  sie  anfing,  gute
Es  ist  folglich  ausgeSchriftsteller =
  zu  bilden.
macht;  die  Nationen  können  nicht  eher  große  Genies =
  haben,  als  bis  ihre  Sprachen  schon  beträchtlich =
  ausgebildet  sind.
§.  151.  Folgende  sind  die  Ursachen,  die  nach
der  Reihe  zur  Entwickelung  der  Talente  mitwirken.
1)  Das  Klima  ist  eine  wesentliche  Bedingung.
2)  Die  Regierung  muß  schon  eine  feste  Form  haben, =
  und  dadurch  muß  der  Charakter  einer  Nation
schon  sixirt  seyn.  3)  Dieser  Charakter  giebt  auch
der  Sprache  den  ihrigen,  indem  er  die  Wendungen, =
  die  den  herrschenden  Geschmack  eines  Volks
ausdrücken,  vervielfältigt.  4)  Jn  solchen  Sprachen, =
  die  sich  aus  den  Trümmern  mehrerer  andrer
Sprachen  gebildet  haben,  geht  dieses  nur  langsam =
  vor.  Allein  sind  diese  Hindernisse  einmal
überwunden:  so  werden  die  Regeln  der  Analogie
festgesezt;  die  Sprache  bildet  sich  aus,  und  die
Talente  entwickeln  sich.  Hieraus  erhellet  nun,
warum  nicht  in  allen  Jahrhunderten  gleich  viele
große  Männer  gebohren  werden,  und  warum  sie
bey  einigen  Nationen  früher,  bey  andern  später
auftreten.  Wir  müssen  noch  die  Gründe  aufsuchen, =
  warum  die  großen  Männer  in  allen  Arten
von  Wissenschaften  fast  alle  zu  derselbigen  Zeit
leben?
§.  152.  Wenn  ein  Genie  den  Charakter  einer
Sprache  entdeckt  hat:  so  drückt  es  ihn  lebhaft
aus,  und  es  behält  ihn  in  allen  seinen  Schriften
bey.  Diesen  Charakter  der  Sprache  nehmen  nun
            
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