Volltext : Condillac, Etienne Bonnot: Versuch über den Ursprung der menschlichen Erkenntnis

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Geschichte  der  Künste  bestätiget  diese  Bemerkung.
Ich  will  aber  einen  Grund  davon  angeben,  der
aus  der  Natur  der  Sache  selbst  hergenommen  ist.
Die  ersten  Wendungen,  die  in  einer  Sprache
geläufig  werden,  sind  weder  die  deutlichsten,  noch
die  bestimmtesten,  noch  die  schönsten.  Nur  durch
eine  lange  Erfahrung  können  die  Menschen  zu  dieser =
  Wahl  gehörig  angeleitet  werden.  Die  Sprachen =
  selbst,  die  aus  den  Trümmern  mehrerer  andrer ¬
  Sprachen  erwachsen,  finden  große  Hindernisse =
  bey  ihren  Fortschritten.  Man  findet  in  den
selben  jene  Analogie  nicht,  die  die  Schriftsteller
aufklärt,  und  die  eine  Sprache  charakterisiret.  So
war  die  französische  Sprache  bey  ihrer  Einführung
beschaffen.  Eben  deswegen  haben  die  Franzosen
sehr  lange  nicht  in  ihrer  gemeinen  Sprache  geschrieben, ¬
  und  diejenigen,  die  den  ersten  Versuch
machten,  konnten  ihrem  Stil  keinen  kenntlichen
Charakter  geben.
§.  147.  Wenn  man  sich  erinnert,  daß  die
Uebung  der  Einbildungskraft  und  des  Gedächtnisses, ¬
  ganz  von  der  Verbindung  der  Jdeen  abhängt, =
  und  daß  dieser  Zusammenhang  der  Jdeen
mittelst  der  Beziehung  und  der  Analogie  der  Zeichen
veranstaltet  wird:  (Theil  l.  Abschnitt  2.  Kap.  3
und  4.)  so  wird  man  einsehn,  daß  je  weniger  eine
Sprache  analoge  Wendungen  hat,  desto  weniger
leistet  sie  dem  Gedächtniß  und  der  Einbildungskraft =
  Hülfe.  Sie  taugt  also  zur  Entwickelung
der  Talente  nicht.  Es  verhält  sich  mit  den
Sprachen;  wie  mit  den  Zeichen  der  Meßkünstler.
Sie  erofnen  neue  Aussichten,  und  erweitern  den
            
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