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fruchtbarkeit oder ber Ueberfluß eines Landes, seine
Lage; das Verhältniß des Interesse seiner Bewohner, =
zum Interesse seiner Nachbaren; unruhige
Geister, die es stören, so lang die Regierungsform ¬
noch nicht auf festen Gründen ruht; besondere ¬
Menschen, deren Imagination die Einbildungskraft ¬
ihrer Mitbürger unterjocht; — Alles
dieses, und noch viele andre Ursachen tragen zur
Veränderung und bisweilen zur gänzlichen Abänderung ¬
des ersten Geschmacks, den eine Nation
ihrem Klima zu verdanken hatte, das ihrige bey.
Der Charakter eines Volks leidet also ohngefähr
dieselbigen Veränderungen, die seine Regierungsform =
leiden muß, und er fixirt sich nicht eher, bis
die Regierungsform nicht feststeht.
§. 143. So wie nun die Regierungsform auf
den Charakter der Völker Einfluß hat; eben so
hat der Charakter der Völker, auf den Charakter
ihrer Sprachen, Einfluß. Es ist ganz natürlich,
daß Menschen, die beständig von Bedürfnissen gedrückt =
werden, nie von Dingen reden werden, ohne
das Interesse mit anzuzeigen, welches sie bey den
Dingen haben. Sie müssen unvermerkt mit den
Wörtern gewisse hinzukommende Jdeen verbinden,
die die Art, wie sie davon affizirt sind, und die
Urtheile, die sie darüber fällen, bezeichnen. Diese
Beobachtung läßt sich sehr leicht machen. Denn
es giebt fast keinen einzigen Menschen, dessen Reden =
nicht am Ende seinen wahren Charakter, selbst
in den Augenblicken, da er ihn am meisten zu ver
heelen sucht, offenbaren sollten. Man darf einen
Menschen nur einige Zeitlang studiren, um seine