Volltext : Condillac, Etienne Bonnot: Versuch über den Ursprung der menschlichen Erkenntnis

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Vierzehntes  Kapitel.
Vom  Ursprung  der  Fabel,  der  Parabel  und  des
Räthsels,  nebst  einigen  Bemerkungen  über  den
Gebrauch  der  Figuren  und  der
Metaphern  *).
§.  138.  Aus  dem  bisherigen  erhellet,  daß  die
Menschen,  beym  Ursprung  der  Sprache,  genöthigt ¬
  waren,  die  Sprache  der  Aktion  zur  Sprache
der  artikulirten  Töne  hinzuzufügen,  und  nur  mittelst =
  sinnlicher  Bilder  zu  reden.  Die  Kenntnisse,
die  heut  zu  Tage  ganz  gemein  sind,  waren  in
Rücksicht  auf  sie,  so  fein,  daß  sie  sie  nicht  anders
fassen  konnten,  sie  mußten  sich  denn  den  Sinnen
nähern.  Da  endlich  auch  der  Gebrauch  der  Konjunktionen ¬
  nicht  bekannt  war:  so  konnte  man  auch
unmöglich  schon  Schlüsse  machen.  Diejenigen
z.  B.  die  den  Beweis  führen  wollten,  wie  vortheilhaft =
  der  Gehorsam  gegen  die  Geseze  und  die  Befolgung ¬
  der  guten  Rathschläge  erfahrner  Personen
sey,  hatten  kein  bequemeres  Mittel,  ls  die  umständliche ¬
  Darstellung  von  Thatsachen.  Der  Erfolg, =
  den  sie,  ihren  Absichten  gemäs,  vortheilhaft ¬
  oder  nachtheilig  vorstellten,  hatte  den  gedoppelten ¬
  Vortheil;  er  klärte  auf,  und  er  überredete. =
  Dies  ist  der  Ursprung  der  Fabel.  Man
sieht  ein,  daß  ihre  erste  Absicht,  Belehrung  war,
Der  giößte  Theit  dieses  Kapitels  ist  gleichfals
aus  Herr  Warburton's  Versuch  über  die  Hieroghphen =
  gezogen.
            
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