Objekt : Condillac, Etienne Bonnot: Versuch über den Ursprung der menschlichen Erkenntnis

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den  hatten,  worinnen  die  Geheimnisse  der  Religion ¬
  verfaßt  waren.
§.  136.  Man  sieht  aus  diesem  Detail,  wie
es  gekommen  ist,  daß  dasjenige,  was  seine  Entstehung =
  der  Nothwendigkeit  zu  verdanken  hatte,  in
der  Folge  blos  für  das  Geheimnißvolle  gebraucht,
und  um  der  Verzierung  willen  kultiviret  wurde.
Durch  einen  Effekt  der  unaufhörlichen  Revolution
der  Dinge  in  der  Welt  geschah  es  indessen,  daß
dieselbigen  Figuren,  die  ursprünglich  der  Deutlichkeit =
  wegen  erfunden,  in  der  Folge  aber  in  Mysterien =
  verwandelt  wurden,  am  Ende  wieder  ihren
vorigen  Gebrauch  erhielten.  Sie  wurden  in  den
blühenden  Jahrhunderten  Griechenlands  und  Roms
auf  Monumenten  und  Medaillen,  als  das  geschickteste ¬
  Mittel  zur  Bekanntmachung  der  Gedanken  gebraucht; =
  dergestalt,  daß  dasselbige  Symbol,  welches =
  in  Aegypten  eine  tiefe  Weisheit  verheelte,  in
Griechenland  und  in  Rom  vom  gemeinen  Volk  verstanden =
  wurde.
§.  137.  Die  Sprache  hat  bey  ihrer  Fortbildung =
  völlig  das  Schicksal  der  Schrift  gehabt.
Anfänglich  waren  die  Figuren  und  die  Metaphern,
wie  wir  gesehn  haben,  der  Deutlichkeit  wegen, =
  nothwendig.  Wir  wollen  nun  untersuchen,
wie  sie  in  Geheimnisse  verwandelt,  und  wie  sie
zur  Verzierung  gebraucht,  und  am  Ende  wiederum
von  jedermann  verstanden  wurden.
            
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