Volltext : Condillac, Etienne Bonnot: Versuch über den Ursprung der menschlichen Erkenntnis

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zu  haben  glaubten:  so  wehlten  einige,  entweder
aus  Besonderkeit,  oder  um  ihre  Kenntnisse  für  dem
gemeinen  Haufen  zu  verbergen,  solche  Figuren
zum  Charakter  aus,  deren  Beziehung  auf  die
Dinge,  die  sie  ausdrücken  wollten,  gar  nicht  bekannt =
  war.  Einige  Zeit  lang  schränkten  sie  sich
auf  Figuren  ein,  denen  die  Natur  die  Modelle
hergab.  Allein  in  der  Folge  schienen  sie  ihnen
für  die  große  Anzahl  von  Ideen,  die  ihnen  ihre
Einbildungskraft  vorhielt,  weder  zureichend,  noch
bequem  genug.  Sie  sezten  daher  ihre  Hieroglyphen ¬
  aus  einer  geheimnißvollen  Sammlung  verschiedener ¬
  Dinge,  oder  aus  Theilen  verschiedener
Thiere  zusammen.  Dadurch  wurden  sie  ganz  räthselhaft. ¬

§.  (31.  Endlich  bewirkte  die  Gewohnheit,  die
Gedanken  mittelst  analoger  Zeichen  auszudrücken,
und  die  Absicht,  bisweilen  ein  Geheimniß  daraus
zu  machen,  daß  man  die  Modos  der  Substanzen
selbst  mittelst  finnlicher  Bilder  vorstellte.  Man
drückte  die  Freyheit  durch  einen  Haasen;  die  Unreinigkeit ¬
  durch  einen  wilden  Bock;  die  Unverschämtheit ¬
  durch  eine  Fliege;  die  Wissenschaft  durch
eine  Ameise  aus.  Kurz  man  dachte  für  alle  die
Dinge,  die  keine  Form  haben,  symbolische  Zeichen
aus.  Man  begnügte  sich  dabey  mit  einer  BezieSo ¬

hung;  sie  mochte  seyn,  welche  sie  wollte.
verfuhr  man  auch  schon,  wie  man  solchen  Ideen,
die  nicht  in  die  Sinne  fallen,  Namen  gab.
§.  132.  „Bis  zu  dieser  Zeit  war  das  Thier,
oder  das  Ding,  was  zur  Vorstellung  desselben
Condillac.
            
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