Volltext : Condillac, Etienne Bonnot: Versuch über den Ursprung der menschlichen Erkenntnis

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gen  die  Anzahl  kleiner:  so  müssen  wir  ihnen  anzeigen, ¬
  was  für  einfache  Ideen  wir  noch  ausser
den  ihrigen  zur  Notion  hinzusezen.
Was  die  allgemeinen  Benennungen  betrift:  so
können  wir  sie  nicht  anders,  als  Zeichen  betrachten, =
  die  die  verschiedenen  Klassen,  unter  welche
wir  unsre  Ideen  auftheilen,  von  einander  unterscheiden. ¬
  Wenn  man  also  sagt:  eine  Substanz
gehört  zu  dieser  Spezies:  so  müssen  wir  dieses
blos  so  verstehn,  sie  faßt  Eigenschaften  in  sich,
die  in  der  komplexen  Notion,  wovon  ein  gewisses
Wort  das  Zeichen  ist,  enthalten  sind.
Jn  einem  jeden  andern  Fall,  den  Fall  mit  den
Substanzen  ausgenommen,  wird  das  Wesen  der
Dinge  mit  der  Notion,  die  wir  uns  von  denselben
gebildet  haben,  vermengt;  und  dasselbige  Wort  ist
folglich  zu  gleicher  Zeit  das  Zeichen  von  jenem  und
von  dieser.  Ein  in  drey  Linien  eingeschlossener  Raum
ist  zu  gleicher  Zeit  das  Wesen  und  auch  die  Notion
des  Triangels.  So  verhält  es  sich  auch  mit  allem,
was  die  Mathematiker  unter  den  allgemeinen  Ausdruck, =
  Größe  bringen.  Die  Philosophen  haben,
wie  sie  sahen,  daß  in  der  Mathematik  die  Notion
des  Dings,  sein  Wesen  in  sich  schließt,  zu  voreilig
den  Schluß  gemacht,  daß  es  sich  in  der  Physik
eben  so  verhalten  müsse;  und  sie  haben  sich  daher
eingebildet,  daß  sie  das  Wesen  der  Substanz  selbst
erkennen.
Da  die  Ideen  in  den  mathematischen  Wissenschaften ¬
  auf  eine  deutliche  Weise  bestimmt  sind:  so
zieht  die  Vermengung  der  Notion  des  Dings  mit
Condillac.
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