Volltext : Condillac, Etienne Bonnot: Versuch über den Ursprung der menschlichen Erkenntnis

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als  wir:  so  glaub  ich  doch  nicht,  daß  gerade  die
ses  der  Grund  davon  sey.
§.  103.  Je  gewöhnlicher  der  Gebrauch  abstrakter ¬
  Ausdrücke  wurde,  desto  mehr  sah  man
ein,  wie  sehr  die  artikulirten  Töne  zur  Bezeichnung ¬
  so  gar  solcher  Gedanken  dienlich  waren,  die
die  unmerklichste  Beziehung  auf  sinnliche  Gegenstände ¬
  haben.  Die  Einbildungskraft  suchte  sogar
in  solchen  Gegenständen,  die  die  Sinne  rühren,
Bilder  von  dem  auf,  was  im  Jnnersten  der  Seele
vorgieng.  Da  die  Menschen  beständig  Bewegung
und  Ruhe  bey  der  Materie  wahrgenommen;  da  sie
den  Hang  und  die  Neigung  der  Körper  bemerkt;
da  sie  gesehn  hatten,  daß  die  Luft  sich  bewegt,  sich
trübt  und  aufklärt,  daß  die  Pflanzen  sich  entwickeln, =
  sich  befestigen  und  schwächen:  so  sagten  sie
nun,  die  Bewegung,  die  Ruhe,  die  Neigung
und  der  Hang  der  Seele;  sie  sagten,  die  Seele
bewegt  sich,  betrübt  sich,  heitert  sich  auf,  entwickelt; =
  befestiget,  schwächt  sich.  Endlich  begnügte =
  man  sich  auch,  wenn  man  nur  irgend  eine
Beziehung  unter  einer  Verrichtung  der  Seele  und
unter  einer  Aktion  des  Körpers  wahrnahm,  um
beyden  denselbigen  Namen  zu  geben  ).  Selbst
*)  „Jch  zweiste  gar  nicht,  sagt  Loke,  (Buch  III.
Kap.  1.  §.  3.)  daß  wir,  wenn  wir  alle  Wörter  bis  zu
ihrer  ersten  Quelle  zurückführen  könnten,  nicht  finden =
  sollten,  daß  in  allen  Sprachen  diejenigen  Ausdrücke, ¬
  die  man  zur  Bezeichnung  solcher  Gegenstände, ¬
  die  nicht  in  die  Sinne  fallen,  gebraucht,  ihren
ersten  Ursprung  nicht  von  sinnlichen  Ideen  haben
sollten.  Daraus  können  wir  die  Beschaffenheit  der
            
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