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Wenn man sich die Ordnung, in welcher die
abstrakten Ausdrücke erfunden worden sind,
vorstellen will: so darf man nur auf die
Ordnung der allgemeinen Jdeen merken. Der
Ursprung und der Fortgang ist derselbige bey
beyden. Jch will hiemit so viel sagen; wofern
die allerallgemeinsten Notionen zuverläßig aus
Ideen entstehn, die wir mittelst der Sinne erhalten: ¬
so ist es eben so gewiß, daß die abstraktesten
Ausdrücke von den ersten Namen herkommen, die
man den sinnlichen Gegenständen gegeben hat.
Die Menschen ziehen, so viel ihnen möglich
ist, ihre leztern Kenntnisse auf andre, die sie sich
schon erworben haben. Dadurch verbinden sich
die weniger geläufigen Jdeen mit den Begriffen,
die uns geläufiger sind, wodurch das Gedächtniß
und die Einbildungskraft eine große Beyhülfe erhält. ¬
Wenn demnach die Umstände die Bemerkung =
neuer Gegenstände veranlaßten: so suchte
man auf, was sie mit den bekannten Gegenständen =
gemein hatten. Man brachte sie in dieselbige
Klasse, und dieselbigen Namen dienten zur Bezeichnung =
beyder. Auf solche Weise wurden die
Jdeen der Zeichen allgemeiner. Das geschah aber
nur mit nach und nach. Man stieg zu den abstraktesten ¬
Notionen nur stufenweise empor, und
nur sehr spät hatte man die Ausdrücke: Essenz Substanz =
und Ding. Es giebt ohne Zweifel noch
Völker, die ihre Sprache mit denselben noch nicht
bereichert haben) Wenn sie unwissender sind,
) Dieses bestätigt Herr de la Condamine in seiner
Reisebeschreibung.