Volltext : Condillac, Etienne Bonnot: Versuch über den Ursprung der menschlichen Erkenntnis

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hingestellt  hatte,  wovon  die  lateinische  Sprache  ein
Beyspiel  ist;  so  wies  man  ihm  in  der  französischen
Sprache  die  bestimmte  Stelle  nach  dem  Nomen
an,  welches  es  regiert,  und  vor  das  Nomen,  welches ¬
  es  zum  Regimen  hat.
§.  98.  Dieses  Wort  war  kein  Zeichen  von
irgend  einer  Beschaffenheit,  und  es  würde  gar
nicht  in  die  Zahl  der  Verben  haben  gestellt  werden
können,  wenn  man  nicht  seinetwegen  die  Notion
des  Verbums  erweitert  hätte,  wie  man  schon  bey
den  Adjektiven  gethan  hatte.  Dieses  Nomen  wurde
also  nun  blos  als  ein  Wort  betrachtet,  welches
ein  Bejahen  mit  Unterscheidung  der  Personen,  des
Numerus,  Tempus  und  Modus  bedeutet.  Und
seit  der  Zeit  war  das  Verbum  seyn  eigentlich  allein.
Die  Grammatiker,  die  dem  Fortgang  dieser  Veränderungen =
  nicht  nachgiengen,  hatten  viele  Mühe,
bis  sie  sich  über  die  Idee  vereinigten,  die  man  sich
von  dieser  Art  von  Wörtern  zu  machen  hat  *).
§.  99.  Die  Deklinationen  der  Lateiner  müssen ¬
  auf  eben  die  Art  erklärt  werden,  wie  ihre  Konjugationen. =
  Jhr  Ursprung  kann  von  der  Entstehungsart =
  der  leztern  nicht  verschieden  seyn.  Man
erfand,  zum  Ausdrück  des  Numerus,  des  Kasus =
  und  des  Genus,  Wörter,  die  man  hinter  die
Nomina  stellte,  wodurch  die  Endigung  derselben
verändert  wurde.  Man  kann  hiebey  bemerken,
daß  die  französischen  Deklinationen  zum  Theil
*)  Von  keinem  Theil  der  Rede,  sagt  der  Abbe
Regnier,  haben  wir  so  viele  Definitionen,  als  wir
von  den  Verben  haben.  Grammaire  Franc.  p.  325.
            
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