Volltext : Condillac, Etienne Bonnot: Versuch über den Ursprung der menschlichen Erkenntnis

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lungsart  so  ganz  entgegen  ist,  nicht  mehr  dieselbige. ¬
  Man  fuhr  indessen  fort,  die  Ordnung  so
einzurichten;  weil  der  Charakter  der  Sprachen,  der
sich  nach  dieser  Nothwendigkeit  gebildet  hatte,  nicht
zugab,  daß  etwas  in  diesem  Gebrauch  geändert
wurde,  und  man  näherte  sich  unsrer  Art  sich  die
Dinge  vorzustellen,  nur  nachdem  mehrere  Mundarten =
  schon  auf  einander  gefolgt  waren.  Diese
Abänderungen  giengen  sehr  langsam  vor;  weil  die
lezten  Sprachen  allemal  etwas  vom  Genie  derer
behielten,  die  unmittelbar  vor  ihnen  geredet  worden ¬
  waren.  Man  nimmt  im  Lateinischen  ein  sehr
deutliches  Ueberbleibsel  vom  Charakter  der  ältesten ¬
  Sprache  wahr,  wovon  es  bis  zu  unsern  französischen =
  Konjugationen  gekommen  ist.  Wenn
wir  sagen:  ich  thue,  ich  that;  (je  fait,  je  faisois, -
  je  fis  etc.)  so  unterscheiden  wir  das  Tempus, =
  den  Modus  und  den  Numerus  nur  durch
die  Veränderungen  der  Endigungen  des  Verbums;
das  rührt  davon  her,  daß  unsre  Konjugationen
in  diesem  Stück  nach  dem  Lateinischen  zugeschnitten =
  worden  sind.  Wenn  wir  aber  sagen;  ich  habe
gethan;  ich  hätte  gethan;  ich  hatte  gethan;  (j'ai
fait,  s'  eus  fait,  j'  avois  fait  etc.)  so  folgen  wir  der
Ordnung,  die  uns  natürlicher  geworden  ist;  denn
thun  (fait,)  ist  hier  eigentlich  das  Verbum;  weil
es  der  Name  ist,  der  den  Zustand  der  Handlung
bezeichnet.  Das  Wort  haben  (avoir)  entspricht
hingegen  dem  Ton,  der  beym  Ursprung  der  Sprachen, =
  auf  das  Verbum  folgte,  um  Tempus,  Modus ¬
  und  Numerus  anzuzeigen.
            
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