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§. 82. Lange war die Sprache schon da, ehe
sie andre Wörter, als Namen für sinnliche Gegenstände, ¬
z. B. für den Baum, Frucht, Wasser | |
Feuer, rc. so wie auch für andre Objekte hatte,
von denen man oft zu sprechen Gelegenheit gehabt.
Die Notionen zusammengesezter Substanzen, die,
weil sie uns unmittelbar durch die Sinne zugeführt ¬
werden, am ersten erkannt wurden, mußten
zuerst Namen haben. Für einfachere Ideen erfand ¬
man Zeichen, wie man jene analysiren konnte, ¬
durch Reflexion auf die verschiedenen Perzeptionen, =
die sie in sich fassen. Wenn man z. B. den
Namen für den Baum hatte: so erfand man nun
auch für den Stamm, Zweig, Blatt, das Grüne rc
Namen. Jn der Folge unterschied man auch mit
nach und nach die verschiedenen Qualitäten der
sinnlichen Gegenstände. Man bemerkte die Umstände, ¬
unter welchen sie vorkommen können und
man erfand zum Ausdruck aller dieser Stücke,
Wörter. So entstanden die Adjektiven und die
Adverbien. Die Erfindung der Namen für die
Operationen der Seele war weit schwieriger, weil
man von Natur zum Reflektiren über sich selbst
eben nicht sehr aufgelegt ist. Zur Bezeichnung
der Ideen, ich sehe, höre, will, liebe rc. hatte
man also lange kein ander Mittel, als dieses;
man sprach die Namen der Dinge in einem besondern ¬
Ton aus, und man suchte, durch irgend
eine Handlung, die Lage, worinnen man sich befand, ¬
ohngefähr auszudrücken. So lernen ja
auch die Kinder diese Wörter nicht eher, als wenn
sie schon die Gegenstände benennen können, die