Full text : Condillac, Etienne Bonnot: Versuch über den Ursprung der menschlichen Erkenntnis

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die  Art,  wie  ich  jezt  davon  rede,  nicht  etwas  vom
Ton  hat,  der  seit  einiger  Zeit  in  Frankreich  angenommen ¬
  worden  ist.
§.  79.  Wie  sich  die  dichterische  Schreibart  und
die  gewöhnliche  Sprache  von  einander  entfernten,
blieb  ein  Mittelding  zwischen  ihnen,  woraus  die  Beredsamkeit =
  erwuchs,  die  sich,  zum  Theil  dem  Ton  der
Poesie,  zum  Theil  dem  gesellschaftlichen  Ton  zu  nähern
suchte.  Vom  leztern  ist  sie  nur  darinnen  unterschieden, =
  daß  sie  alle  Ausdrücke,  die  nicht  edel  genug  sind,
verwirft;  und  von  jenem  geht  sie  nur  darinnen  ab,
daß  sie  nicht,  wie  die  Poesie  dem  Zwang  des  Versmaaßes ¬
  unterworfen  ist,  und  daß  man  ihr,  nach
dem  Charakter  der  Sprachen,  den  Gebrauch  gewisser =
  Figuren  und  gewisser  Wendungen  nicht  verstattet, =
  die  man  in  der  Poesie  wohl  duldet.  Sonst
vermischen  sich  diese  beyden  Wissenschaften  bisweilen =
  so  sehr,  daß  man  sie  nicht  mehr  von  einander
unterscheiden  kann.
Neuntes  Kapitel.
Von  den  Wörtern.
Jch  konnte  meine  Betrachtungen  über  die  Kunst
des  Gestus,  des  Tanzes,  der  Prosodie,  der  Deklamation, =
  der  Musik  und  der  Poesie  nicht  unterbrechen.
Dieses  alles  hängt  zu  sehr  mit  einander  und  mit  der
Sprache  des  Handlens,  die  das  Prinzipium  ist,  zusammen. ¬
  Nun  will  ich  die  Fortschritte  untersuchen,
wodurch  sich  die  Sprache  der  artikulirten  Töne
hat  vervollkommnen,  und  wodurch  sie  endlich  die
bequemste  von  allen  Sprachen  hat  werden  können.
            
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