Volltext : Condillac, Etienne Bonnot: Versuch über den Ursprung der menschlichen Erkenntnis

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gleichen  könnte.  Der  Abbe  du  Bos  sagt:  „Es
läßt  sich  leicht  einsehn,  daß  sie  weiter  nichts  waren, ¬
  als  die  Gestus  und  Demonstrationen,  womit ¬
  die  Personen  der  Chöre  ihre  Empfindungen
ausdrückten;  sie  mochten  nun  reden,  oder  sie  mochten ¬
  nur  durch  ein  stummes  Spiel  zu  erkennen  geben,
wie  sehr  sie  bey  der  Begebenheit  gerührt  seyen;  für
welche  sie  sich  interessiren  mußten.  Wegen  dieser  Deklamation =
  mußten  die  Chöre  oft  auf  der  Scene  umhergehn. ¬
  Da  aber  die  gleichzeitigen  Stellungen  mehrerer =
  Personen  nicht  gut  vorgehn  können  wofern  man
sie  nicht  vorher  verabredet  hat,  wenn  sie  nämlich  nicht
ein  verworrenes  Zeug  ausmachen  sollen:  so  hatten
die  Alten  den  Schritten  der  Chöre  gewisse  Regeln
Auf  so  ungeheuren  Schaubühvorgeschrieben." =

nen,  als  die  Theater  der  Alten  waren,  konnten
durch  diese  Stellungen  sehr  schicklich  gewisse  Gemälde =
  vorgestellt  werden,  wodurch  die  Empfindungen, =
  von  welchen  der  Chor  durchdrungen  war,
sehr  gut  ausgedruckt  werden  konten.
§.  55.  Die  Kunst,  die  Deklamation  zu  notiren,
und  sie  mit  einem  Jnstrument  zu  akkompagniren  war
zu  Rom  in  den  frühesten  Zeiten  der  Republik  bekannt. =
  Anfänglich  war  die  Deklamation  zwar
sehr  simpel;  allein  sie  erhielt  in  der  Folge,  durch
die  Bekanntschaft  der  Römer  mit  den  Griechen,
Veränderungen.  Die  Römer  konnten  den  Reizen
der  Harmonie  und  des  Nachdrucks  der  Sprache
dieses  Volks  nicht  widerstehn.  Diese  feine  Nation ¬
  wurde  die  Schule,  in  welcher  sich  der  Geschmack ¬
  für  die  Künste  und  Wissenschaften  bildete,
und  die  lateinische  Sprache  beugte  sich  nach  demKein Volltext zu diesem Bild verfügbar.
            
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