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die Stimme durch gewisse Intervallen zu leiten
verändern mußte.
In der Tragödie war der Gesang mannigfaltiger ¬
und weitläuftiger; besonders aber in den Monologen, ¬
denen man den Namen Lieder gab.
Dieses sind gemeiniglich die leidenschaftlichsten
Scenen. Denn es ist natürlich, daß sich dieselbige
Person, die sich in andern Scenen Gewalt anthut,
dem ganzen Sturm ihrer Empfindungen überläßt,
wenn sie ganz allein ist. Eben deswegen ließen
die römischen Dichter die Monologen von Musikern ¬
von Profeßion, in Musik sezen. Bisweilen
überließen sie ihnen auch sogar die Komposition
der Deklamation des übrigen Stücks. Nicht so
die Griechen. Ihre Dichter waren Tonkünstler,
und sie machten diese Arbeit selbst.
In den Chören war endlich der Gesang voller,
als in den übrigen Scenen. Dies waren die Stellen, =
bey denen der Flug des Dichtergenies höher
war, und es läßt sich gar nicht bezweifeln, daß der
Tonkünstler nicht seinem Beyspiel sollte gefolgt haben. =
Diese Vermuthungen erhalten durch die verschiedenen =
Arten von Instrumenten, mit denen man die
Stimme der Akteurs begleitete, ihre Bestätigung:
denn sie waren nach Maasgabe des Charakters
der Wörter kürzer oder länger.
Wir können uns die Chöre der Alten nicht
Ihre
durch die Chöre unsrer Opern vorstellen.
Musik war von der unsrigen sehr verschieden; weil
sie in vielen Stücken die Komposition noch nicht
genug kannten; und ihre Tänze waren vielleicht
noch eigener, als daß man sie mit unsern Balleten ver¬