Full text : Condillac, Etienne Bonnot: Versuch über den Ursprung der menschlichen Erkenntnis

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ihre  Abhängigkeit  nur  gar  zu  gewiß  ist.  Auch  werd
ich  sie  nicht  so  betrachten,  als  wenn  sie  zwar  mit  einem ¬
  Körper  verbunden  wäre,  aber  nach  einem  von
unserm  jezigen  ganz  verschiedenen  System.  Wir
wollen  blos  die  Erfahrung  zu  Rath  ziehn,  und  blos
aus  Thatsachen  räsonniren,  die  Niemand  in  Zweifel
ziehn  kann.  Dies  ist  unser  Gegenstand.
Zweites  Kapitel.
Von  den  Sensationen.
§.  9.  Es  ist  einleuchtend,  daß  die  Ideen,  die
man  Sensationen  nennt,  so  beschaffen  sind,  daß
wir  sie  nimmermehr  würden  haben  erwerben  können, ¬
  wenn  wir  unsrer  Sinne  beraubt  gewesen  wären. ¬
  Kein  Philosoph  hat  auch  behauptet,  daß  sie
uns  angeboren  sind.  Denn  diese  Behauptung  würde ¬
  der  Erfahrung  zu  augenscheinlich  widersprechen.
Allein  es  hat  Weltweisen  gegeben,  die  die  Sensationen ¬
  nicht  für  Ideen  halten  wollten;  als  wenn  sie
nicht  für  sich  selbst  eben  so  gut  Vorstellungen  wären,
wie  ein  jeder  andrer  Gedanke  der  Seele.  Sie  sahen ¬
  daher  die  Sensationen  als  etwas  an,  was  erst
nach  den  Ideen  kömmt  und  was  die  Ideen  modisizirt. ¬
  Ein  Irrthum,  der  sie  zur  Erfindung  gewisser
Systeme  verleitet  hat,  die  eben  so  sonderbar  als  unverständlich ¬
  sind.
Man  muß  bey  der  geringsten  Aufmerksamkeit
einsehn,  daß,  wenn  wir  das  Licht,  die  Farben,  die
Solidität  wahrnehmen,  diese  und  andre  ähnliche
            
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