Volltext : Condillac, Etienne Bonnot: Versuch über den Ursprung der menschlichen Erkenntnis

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misten,  und  den  römischen  Rittern  die  Begleitung
derselben  auf  den  Straßen  zu  verbieten.
Sehr  richtig  ist  es,  was  der  Abbe  du  Bos
sagt:  „Bey  den  nördlichen  Nationen  Europens
würden  die  Pantomimen  weit  schwerer  fortgekommen =
  seyn:  weil  ihre  natürliche  Aktion  nicht  so  beredt, ¬
  noch  bemerkbar  genug  ist,  daß  sie  leicht  verstanden =
  werden  könnte,  wenn  man  sie  blos  sieht,  ohne
die  Rede  hören  zu  können,  deren  natürlicheBegleitung
sie  ist.  —  Jn  Jtalien  hingegen  kommen  bey  den  Unterredungen =
  von  allerley  Art  mehr  Gestus  vor;  es
wird  daselbst  mehr  zu  den  Augen  geredet,  (wenn  ich
mich  dieses  Ausdrucks  bedienen  darf,)  als  in  unsern
Gegenden.  Ein  Römer,  der  die  Gravität  seines  studirten =
  Betragens  fahren  und  seine  natürliche  Lebhaftigkeit ¬
  wirken  lassen  will,  ist  fruchtbar  am  Gestus,  und
reich  an  körperlichen  Demonstrationen,  die  fast
eben  so  viel,  als  ganze  Phrases  bedeuten.  Durch
seine  Aktion  macht  er  vieles  verständlich,  was
man  bey  der  unsrigen  nicht  errathen  könnte:  und
seine  Gestus  sind  auch  so  merklich,  daß  man  sie
leicht  wiedererkennt,  wenn  man  sie  wiedersieht.
Ein  Römer,  der  von  einer  wichtigen  Sache  mit
seinem  Freund  insgeheim  reden  will,  begnügt  sich
nicht,  zu  verhüten,  daß  er  nicht  gehört  werde;
sondern  er  gebraucht  auch  die  Vorsicht,  zu  verhüten, ¬
  daß  ihn  niemand  sehn  möge;  weil  er  mit
Grund  befürchtet,  seine  Gestus  und  die  Bewegungen ¬
  seiner  Gesichtsmuskeln  möchten  seine  Heimlichkeiten ¬
  andern  verrathen."
„Die  Beobachtung  läßt  sich  leicht  machen,  daß
dieselbige  Lebhaftigkeit  des  Geistes,  dasselbige
            
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