Full text : Condillac, Etienne Bonnot: Versuch über den Ursprung der menschlichen Erkenntnis

Verzug.  §.  280.
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gerichtet  werden  an  den  Schuldner’,  vorausgesetzt,  daß  derselbe
handlungsfähig  ists,  oder  an  den  zur  Vertretung  des  Schuldners
Befugten
Der  Schuldner  muß  zwar  der  Mahnung  sofort  gehorchen;
aber  daraus  folgt  nicht,  daß  er  gerade  in  demselben  Momente
leisten  müßte,  in  welchem  die  Mahnung  an  ihn  gestellt  wird.
Eine  gewisse  Zeit  muß  ihm  für  die  Verwirklichung  der  Leistung
immer  gelassen  werden;  das  Nähere  ist  dem  richterlichen  Ermessen
10
anheimzugeben
c.  Wirkungen*
§.  280.
Die  Wirkung  des  Verzuges  ist  im  Allgemeinen  die,  daß  der
Schüldner  zur  Leistung  des  Interesse  verpflichtet  ist
Besondere
Anwendungen  dieses  Satzes  sind  folgende?
7  L.  32  §.  1  D.  h.  t.
8  L.  24  D.  de  V.  O.  45.  1.
9  Madai  S.  53  fg.,  Wolff  S.  271  fg.,  Mommsen  S.  55,  Sintenis
II  §.  93  Note  59.
10  Auch  auf  diesen  Fall  beziehen  sich  die  allgemeinen  Aussprüche  der  1.32
pr.  D.  h.  t.  und  1.  91  §.  3  D.  de  V.  0.  45.  1.  Vgl.  1.  105  D.  de  sol.  46.  3
„nec  enim  cum  sacco  adire  debet“);  auc  1.  21  §.  12  D.  de  rec.  4.  8,  1.
5  §.  1  D.  de  coll.  37.  6.  Madai  §.  14,  Mommsen  S.  63—55.
*  Madai  §.  44—45,  Wolff  §.  37—42,  Mommsen  §.  19—29.
1  L.  36  §.  2  D.  de  usufr.  7.  1:  —  „aliud  dici  non  posse  ait,  quam  in  §.  280.
id  obligatum  esse  heredem,  quanti  legatarii  intersit,  moram  factam  non  esse“
L.  114  D.  de  V.  0.  45.  1  (§.  278  Note  2).  S.  außerdem  1.  9  §.  8  D.  ad
exh.  10.  4,  1.  21  §.  3  1.  31  §.  1  D.  de  A.  E.  V.  19.  1,  l.  26  D.  de  leg.
110  32,  1.  113  §.  1  D.  de  V.  0.  45.  1.  Seuff.  Arch.  II.  155,  III.  136,
V.  156.  —  Man  hat  dem  Verzuge  auch  die  Wirkung  beilegen  wollen,  daß
der  Schuldner  durch  denselben  das  ihm  zustehende  Wahlrecht  verliere,  S.
dagegen  Mommsen  S.  259  fg.,  Vangerow  III  S.  21.  22  (§.  255  Note  11).
Man  hat  ferner  gesagt,  daß  bei  gegenseitigen  Verträgen  der  Gläubiger  durch
den  Verzug  des  Schuldners  das  Recht  gewinne,  vom  Vertrage  zurückzutreten.
Auch  das  ist  nicht  richtig;  der  Gläubiger  hat  nur  das  Recht,  die  Leistung  des
Schuldners  zurückzuweisen,  wenn  sie  ihm  unbrauchbar  geworden  ist.  Mehr  läßt
sich  auch  aus  1.  24  §.  4  D.  loc.  19.  2  nicht  herleiten.  Vgl.  Mommsen  S.  257.
Hinzuzufügen  ist  jedoch:  1)  es  kann  als  stillschweigend  bedungen  erscheinen,  daß
der  Verzug  des  einen  Contrahenten  dem  andern  ein  Rücktrittsrecht  geben  solle;
2)  es  ist  in's-  Auge  zu  fassen,  ob  nicht  der  Gläubiger  dadurch  besondere  Rechte
            
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