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Es
Töne gebraucht, einen Unterschied macht.
war also gar nicht natürlich, daß Menschen, deren
Prosodie so viel vom Gesang an sich hatte, den
Ton einer jeden Sylbe gleich lang sollten angehalEntweder =
ire ich mich sehr oder dieser Schriftsteller =
hatte keinen deutlichen Begriff von den BeEs ¬
scheint als wenn er
standtheilen des Gesangs.
nur nach dem Muster unsrer Opern vom Gesang urEr ¬
erzehlt, Quintilian beklage sich, daß
theile.
einige Redner die Processe in den Gerichtsstuben so
führten, wie man vom Theater die Theaterstücke absage; =
wie kann man glauben, sezt er hinzu, daß diese
Redner so werden gesungen haben, wie man in unsern ¬
Opern zu singen pflegt? Ich autworte hierauf,
die Folge der Töne, woraus der Gesang besteht, kann
unendlich einfacher seyn, als sie in unsern Opern ist,
und es ist gar nicht nothwendig, daß sie dieselbigen
Passagen, dieselbigen kadancirten Stimmleitungen
und dieselbigen anhaltenden Triller haben müsse.
Man findet übrigens in den Alten eine Menge
von Stellen, die zum Beweiß dienen, daß ihre Aussprache ¬
kein aneinanderhangender Ton war. » So
ist, sagt Cicero (de Oratore) die wunderbare Kraft
der Stimme beschaffen, die aus drey Tönen, dem
hohen, dem tiefen und dem mittlern, die ganze
Mannigfaltigkeit, die ganze Lieblichkeit und Harmonie
des Gesangs bildet. Denn man muß wissen, die
Aussprache schließt eine Art von Gesang, zwar nicht
einen musikalischen, oder einen solchen, dessen sich
die phrygischen und karischen Redner bey ihren Perorationen ¬
bedienen, sondern einen nicht so ausgezeichneten ¬
Gesang in sich; ohngefähr wie derjenige beschaffen ¬
war, den Demosthenes und Aeschines gebrauchen =
wollten, wie sie sich gegenseitig die Inflexionen ¬
ihrer Stimmen vorwarfen, und wie Demosthenes, =
um die Ironie noch weiter zu treiben, einge¬